Esel
 

Esel - charmant und doch verkannt

Esel haben die Entwicklung des Menschen ähnlich positiv geprägt wie Pferde. Denn sie waren zuverlässige, robuste, genügsame und billige Lastenträger und Zugtiere. Wohl deshalb hat schon St. Nikolaus sie zum Partner ausgewählt. Esel sind intelligent und zugleich urtümlich. Letzteres wird bis heute fälschlicherweise als dumm und störrisch interpretiert. Vielerorts ist ihr Stellenwert im Vergleich mit anderen Pferdeartigen niedrig. Seit einigen Jahren sind Esel vermehrt auch als Freizeittiere beliebt und erleben gleichsam eine Renaissance.

 

Häufige Tierschutzprobleme

Wo Esel als Arbeitstiere genutzt werden, sind Überanstrengung oder Vernachlässigung nicht selten. In der Freizeithaltung sind mangelnde Bewegung, fehlender Kontakt zu Artgenossen, ungenügende Pflege oder falsche Ernährung häufige Missstände. Übergewicht, defomierte Hufe, Parasitenbefall und andere ernsthafte Krankheiten sind die Folge und führen zu Leiden. Esel werden als billige Ersatzpartner oft Pferden beigesellt. Dadurch wird man aber den sozialen Ansprüchen weder der Esel noch der Pferde gerecht.

 

Esel und Tierschutzgesetzgebung

Esel sind Haustiere und gehören zur Familie der Pferdeartigen. Ihre Haltung und Nutzung wird u.a. in den allgemeinen Tierhaltungsvorschriften der Tierschutzverordnung geregelt (Art. 2 – 14 TschV) . Artikel 21 TschV benennt zudem verbotene Handlungen, Artikel 31 TschV die Anforderungen an Eselhalter.

 

Ein spezieller Abschnitt (Art. 59 – 63 TschV) ist allein den Pferdeartigen gewidmet. Weitere Angaben gibt es zum Transport oder zur Betäubung vor der Schlachtung. Tabelle 7 des Anhangs 1 zur Tierschutzverordnung schliesslich enthält die Mindestanforderungen für Stallhaltung oder Auslauflächen.

 

Trotz Fortschritten ungenügend sind die neuen Bestimmungen auch im Fall der Esel. Zwar verbietet der Gesetzgeber die Anbindehaltung mit Übergangsfrist bis 2013, erlaubt aber weiterhin nur einen eingeschränkten “Sozialkontakt”. Demnach müssen Esel lediglich Sicht- Hör- und Geruchkontakt zu Artgenossen haben. Die allgemeine Vorschrift in Artikel 13 TSchV, wonach soziallebenden Arten angemessene Sozialkontakte zu ermöglichen sind, wird dadurch wertlos.

 

Worauf es bei der Haltung und im Umgang von Eseln ankommt, lesen Sie hier.

 

Langohr-Infothek

Esel-Stute mit Fohlen auf der Weide
© B. Trachsel
 

Esel im Fokus

 
  • SIGEF, die Schweizerische Interessengemeinschaft Eselfreunde, weiss Rat zu Haltung und Umgang mit Eseln.
  • DIGEM, die Interessengemeinschaft für Esel- und Mulifreunde in Deutschland e.V. fördert die artgerechte Haltung von Eseln und hilft bei der Wahl des Esels oder des Mulis.
  • Kontakt für Haltungs-, Verhaltens- und Gesundheitsfragen
 

 

Büchertipps:

 

  • Esel halten, Marisa Hafner, Ulmer Eugen, 2005 ISBN-13: 9783800148851
  • Warum Esel so gescheit sind, Judith Schmidt Hrsg., Mariposa 2007, ISBN-13: 9783927708419
  • Das Eselbuch, H. + A. Fischer-Nagel, Kinderbuchverlag Luzern 2004, ISBN 3-276-00064-4