Schutz der Meeresschildkroeten
 

Auf allen Fronten bedroht, auf viele Arten umgebracht

Meeresschildkröten sind wunderschön und faszinierend. Trotzdem werden sie von skrupellosen Menschen gnadenlos ausgebeutet und ihr Aussterben dadurch massiv vorangetrieben. Es beginnt bei der illegalen Nesterplünderung und beim Verkauf/Verzehr von Schildkröteneiern. Weiter geht es mit dem – ebenfalls verbotenen - blutigen Abschlachten erwachsener Schildkröten an ihren angestammten Niststränden. Das Fleisch dient dem Verzehr, der Panzer wird zu ausgestopften Meeresschildkröten und Schmuckstücken aus Schildpatt verarbeitet. Massnahmen auf verschiedenen Ebenen sind dringend nötig.

 

Zum Beispiel Strandbewachung

Eine ganz direkte und unmittelbar wirksame Schutzmassnahme besteht in der alljährlichen Bewachung der Eiablage-Strände. So können einerseits die erwachsenen Weibchen vor der Abschlachtung geschützt und gleichzeitig die Plünderung der Gelege verhindert werden.

 

Die Turtle Foundation, die sich dem Schutz von Meeresschildkröten verschrieben hat, hat 2008 damit begonnen, auf den Kapverdischen Inseln Strände zu bewachen. Auf den Kapverden befindet sich nämlich die weltweit drittgrösste Nistpopulation der Unechten Karettschildkröten (Caretta caretta), einer stark gefährdeten Art. Im Jahr 2007, also bevor das Strandschutzprojekt gestartet wurde, wurden mehr als 1'200 weibliche Schildkröten auf dem Weg zur Eiablage getötet; das entsprach mehr als 35% der gesamten weiblichen eiablegenden Population dieses Jahres. Seither werden jedes Jahr in der Eiablage-Saison Strände bewacht, z.T. mit freiwilligen Helfern. Während der Nistsaison 2013 konnten 2'543 Nester gezählt werden, und es wurden praktisch keine getötete Schildkröten gefunden. Ein schöner Erfolg!

 

Zum Beispiel Schutz der Lebensräume

Nicht nur die Schildkröten selbst sind unmittelbar bedroht, auch ihr Lebensraum zu Land und zu Wasser ist stark gefährdet. An den Stränden wird der Tourismus zum Problem, im Wasser wie auch am Land sind z.B. die enormen Mengen an Plastikabfall ein lebensbedrohendes Problem. Hier ist Aufklärung und Sensiblisierung, möglichst schon bei Schulkindern, das Mittel der Wahl.

 

Schöne und hässliche Seiten

© Turtle Foundation
 

Fruchtbare Kooperation

Der Zürcher Tierschutz unterstützt die Projekte der Turtle Foundation auf den Kapverdischen Inseln mit dringend benötigten finanziellen Mitteln (u.a. für den Strandschutz).

 

Der "Plastik-Flyer", eine Gemeinschafts-Produktion von OceanCare und Zürcher Tierschutz, wird durch die Turtle Foundation auf den Kapverden bei der Umweltbildung eingesetzt (in portugiesischer Übersetzung). Der Flyer warnt vor der enormen Umweltverschmutzung durch Plastik und zeigt die schlimmen Folgen auf.

 

Weitere Informationen

Vermüllte Ozeane (ein deutlicher und erschreckender Forschungsbericht in Bild der Wissenschaft vom 10.12.2014).