Congohounds
 

„Congohounds“ zur Rettung der Berggorillas

Der Virunga National Park im Osten der Demokratischen Republik Kongo ist der älteste Nationalpark Afrikas. Nirgendwo sonst in Afrika findet man diesen Artenreichtum und diese Vielfalt an Habitattypen. Virunga ist Heimat einiger der seltensten Tierarten der Welt, unter anderen der vom Aussterben bedrohten Berggorillas und der Okapis. Es überrascht darum nicht, dass der Park schon vor Jahrzehnten zum UNESCO Welterbe erklärt wurde. Dieser Perle Afrikas droht aber höchste Gefahr, nicht zuletzt durch die nicht enden wollende Wilderei. Für das Anti-Wilderer-Programm ist der Park dringend auf Hilfe von aussen angewiesen. Das Congohound-Projekt ist Teil dieser Hilfe.

 

Schutzlose Tiere

Nach Jahrzehnten der Unruhen, Kriege und Wilderei wurde der Tierbestand des früher für seine grösste Dichte von Wildtieren bekannten Parks um 90% reduziert. Nur dem mutigen Einsatz der Park Ranger, welche noch während des Krieges - ohne Lohn und unter Einsatz ihres Lebens - die Wildtiere beschützten, ist es zu verdanken, dass bis heute keine Spezies ausgestorben ist. Die Zahl der Berggorillas hat sogar zugenommen. Aber die Gefahr ist nicht gebannt, der Park immer noch hoch gefährdet. Die wichtigsten Gefahren sind:

  • Wilderei
  • Marodierende Miliztruppen
  • Ausländische Oelfirmen, die den Park für ihre Zwecke erschliessen wollen
  • Das Ende der finanziellen Unterstützung durch die EU per Ende 2012.

 

2012 könnte das letzte Jahr dieses Parks bedeuten, einem der letzten unberührten Naturparadiese dieser Welt.

 

Neue Hoffnung: Hunde retten Berggorillas

Seit Langem werden grosse Anstrengungen gemacht, von Wilderern ausgelegte Fallen zu finden und zu neutralisieren, bevor Tiere - unter anderem die vom Aussterben bedrohten Berggorillas - in den Fallen gefangen, getötet oder verstümmelt werden. Dies wird zwar relativ erfolgreich gemacht, die Wilderer selber findet man aber selten und das Fallenstellen geht weiter.

 

Seit 2011 wird im Virunga National Park eine sogenannte K9 Anti-Poaching Unit (Anti-Wilderer Gruppe) aufgebaut. Diese hat zum Ziel, Wilderer, aber auch vermisste Touristen und verletzte Ranger mit speziell ausgebildeten Hunden und einer hochspezialisierten Rangertruppe aufzufinden. Die Hundetruppe soll insbesondere helfen, die Berggorillas zu schützen und die allgemeine Sicherheit im Park zu gewährleisten. Auch für Rettungsaktionen soll sie eingesetzt werden.

 

Unter der Leitung von Dr. med. vet. Marlene Zähner wurden im Februar 2011 sechs Bloodhounds aus Europa in den Kongo gebracht. Seither werden unter Frau Zähners Leitung und mit Unterstützung ihres Teams (erfahrene Polizeihundeausbilder), die Hunde, die Hundeführer und die ganze Anti-Poching Unit ausgebildet und aufgebaut. Jeden zweiten Monat reist sie und ihr Team zu diesem Zweck in den Kongo, um während zwei Wochen mit den Rangern zu trainieren.

 

 

Hunde im Dienst von Gorillas

© LuAnne Cadd, Virunga National Park
 

Die finanziellen Mittel für den Bau der Hundeunterkunft hat der Zürcher Tierschutz beigesteuert.

 
© Marlene Zähner, Virunga National Park

Bei der Arbeit

 
© LuAnne Cadd, Virunga National Park

Das ganze Team

 
© Marcel Maierhofer

Gorillas sind die primären Nutzniesser. Aber auch im Dienst verletzte Ranger oder verirrte Touristen können mit den Hunden gefunden und gerettet werden.

 

 

Weitere Infos

www.congohounds.ch