Internationale Gesellschaft für Nutztierhaltung
 

Forschungspreis 2012

Jährlich verleiht die Internationale Gesellschaft für Nutztierhaltung (IGN) einen mit 10'000.- Euro dotierten Forschungspreis für junge Forschende im Bereich "Artgerechte Nutztierhaltung". Der Zürcher Tierschutz leistet seit vielen Jahren einen Beitrag an das Preisgeld. Dafür hat er drei Gründe: 1) landwirtschaftliche Nutztiere werden millionenfach gezüchtet, gemästet und geschlachtet und benötigen einen bestmöglichen Schutz ihres Wohlbefindens; 2) die arttypischen Ansprüche von Tieren an ihre Haltung müssen mittels kluger Forschung eruiert werden; 3) junge Menschen, die sich für den Schutz von Tieren engagieren, verdienen eine motivierende Förderung. Nachfolgend eine kurze Zusammenfassung der 2012 prämierten Arbeiten.

 

Verbesserte Sitzstangen für Legehennen

Thorsten Pickel erhielt 4.000 Euro für seine Dissertation zur kommerziellen Legehennenhaltung. Ziel der Arbeit war die Entwicklung von Sitzstangen, mit denen die sonst häufig auftretenden Deformationen des Brustbeins und Verletzungen der Fussballen vermieden werden. Es konnte gezeigt werden, dass in der Praxis häufig eingesetzte runde Sitzstangen für Legehennen ungeeignet sind, weil sie zu den erwähnten Erkrankungen und zu einem erhöhten Verletzungsrisiko führen. Sitzstangen aus weichem Material mit einer optimierten Stangenform bieten den Hennen besseren Halt, können die Druckbelastungen minimieren und erhöhen so das Wohlergehen der Tiere. Die Studienergebnisse führten zur Entwicklung eines patentierten Prototyps dieser neuen tiergerechten Sitzstange. mehr...

 

Planung für gesunde Milchkühe

Einen Preis in Höhe von 4.000 Euro erhielten auch Jan Brinkmann und Solveig March für ihre gemeinsame Dissertation zur Herdengesundheitsplanung in der ökologischen Milchviehhaltung. Ziel dieser Arbeit war es, die aktuelle Tiergesundheit in der ökologischen Milchviehhaltung zu erheben, bestehende Konzepte zur Verbesserung der Tiergesundheit weiter zu entwickeln und in der Praxis zu erproben. In Praxisbetrieben, die die optimierte Herdengesundheitsplanung verfolgten, konnte u.a. eine Verbesserung der Lahmheitssituation und der Eutergesundheit erreicht werden. Auch zeigte sich, dass die Herdengesundheitsplanung praxistauglich ist und von Betriebsleitern gut akzeptiert wird. mehr...

 

Qualzucht bei Nutztieren für die Fleischerzeugung

Daphne Ankel schliesslich erhielt 2.000 Euro für ihre Dissertation, die Gesundheitsstörungen bei Nutztieren für die Fleischerzeugung (Schweine, Rinder, Hühner, Puten) zum Inhalt hatte. In einer umfassenden Literaturstudie wurden gesundheitliche Folgen der einseitigen Zucht auf Mast- bzw. Schlachtleistung recherchiert. Bei sieben Krankheitsbildern konnte gezeigt werden, dass zwischen den rein an Leistung orientierten Zuchtzielen und dem Gesundheitsstatus der Tiere ein direkter Zusammenhang besteht und der Qualzucht-Paragraph des deutschen Tierschutzgesetzes zur Anwendung kommen müsste. Die Arbeit liefert die tierschutzfachliche Grundlage für den – bislang ausgebliebenen – Vollzug des §11b Tierschutzgesetz und ein konsequentes Verbot von Qualzucht im Bereich der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung. mehr...