Hauskatzen und Wildtiere
 

Bedrohen Hauskatzen unsere Wildtiere?

In der Schweiz leben rund 1,4 Millionen Hauskatzen. 70% der beliebten Haustiere haben Auslauf ins Freie. Als geschickte Jäger erbeuten sie dabei eine grosse Anzahl von Wildtieren. Ist das für die Bestände dieser Beutetiere wirklich ein Problem? Zwischen Artenschützern und Katzenbesitzern ist eine Kontroverse entbrannt. Die einen sprechen von einer Bedrohung für Kleinsäuger, Vögel und Reptilien, die anderen stellen einen schädlichen Einfluss in Abrede. Der Zürcher Tierschutz liess deshalb einen Bericht zum aktuellen Forschungsstand erarbeiten.

Das Fazit lautet: Für eine abschliessende Beurteilung reichen die wissenschaftlichen Grundlagen noch nicht aus; Massnahmen zur Senkung des Katzenbestandes sollten jedoch bereits heute diskutiert werden.

 

Die Katze ist eine Städterin geworden

Ein grosser Teil der rund 1,4 Millionen Schweizer Katzen lebt im städtischen Raum. In der Stadt Zürich leben pro Quadratkilometer rund 430 Katzen. Im Vergleich dazu sind es bei den Füchsen nur 10 bis 15 Individuen. Die Katze ist somit der häufigste Beutegreifer im Siedlungsraum. Angesichts dieser beeindruckenden Zahlen befürchten Naturschutzkreise, dass Hauskatzen seltene oder im Bestand bedrohte Wildtierarten gefährden.


Bericht zum aktuellen Forschungsstand

Die im Bericht erfassten Studien zeigen, dass Hauskatzen weltweit eine grosse Menge an Wildtieren erbeuten. Diese Zahlen allein sind aber wenig aussagekräftig. Man muss sie mit der Anzahl vorhandener Beutetiere in Beziehung setzen. Nur so lässt sich abschätzen, ob Katzen einen negativen Einfluss auf eine Art haben. Wenn der Bestand einer Art bereits wegen anderer Faktoren bedroht ist, kann die Hauskatze durchaus dazu beitragen, dass diese Art in einem Gebiet ausstirbt. Leider machen aber die meisten Studien keine Angaben zu den Bestandesgrössen der Beutetierarten.

 

Weiter forschen und Katzenbestand stabilisieren

Der Auslauf ins Freie gehört grundsätzlich zu einer tiergerechten Katzenhaltung. Angesichts der enorm hohen Katzendichten im Siedlungsraum und der zweifellos hohen Zahl an erbeuteten Wildtieren sind jedoch Massnahmen im Sinne des Vorsorgeprinzips ratsam. Einerseits müssen weitere wissenschaftliche Grundlagen zum Jagdverhalten und zum Einfluss der Katzen auf Beutetierarten erarbeitet werden. Anderseits könnten bereits heute tierschützerisch vertretbare Massnahmen ergriffen werden, um die Anzahl Katzen zu stabilisieren und in Zukunft zu senken. Sonst besteht die Gefahr, dass vermehrt drastische Massnahmen gefodert werden wie der Abschuss von streunenden Katzen. Mögliche und breit zu diskutierende Massnahmen sind z.B.

  • die Kastration von Katzen in Privathaushalten
  • eine Beschränkung der Anzahl freilaufender Katzen pro Haushalt.

 

 

 

 

 

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Stand der Wissens 2013

Lesen Sie hier den ganzen Bericht zum aktuellen Stand der Forschung (pdf, 41 Seiten).