Über 4'000 tote Schafe
 

Tierschutzwidrige Alpsömmerung

Alpsömmerung ohne Rückkehr - Unter diesem Titel haben wir im Sommer 2011 den Fokus auf die problematische Praxis der unbeschützten Alpsömmerung von Schafen gerichtet. Nun stützen die Ergebnisse des Forschungsprojektes "SchafAlp" (Agridea, Schweiz. Schafzuchtverband, Pro Natura, WWF Schweiz) unsere damalige Schlussfolgerung: Je besser die Kontrolle, desto weniger Tierverluste.

 

Krankheiten sind häufigste Todesursachen

Von 208'974 gesömmerten Schafen starben 4'221 hauptsächlich durch Krankheiten oder besondere Ereignisse wie Blitz- oder Steinschlag. Demgegenüber stehen lediglich 294 Tiere (7%), die von Grossraubtieren gefressen wurden. Hätte man konsequent Herdenschutz betrieben, wäre diese Zahl annähernd Null gewesen. Obwohl die Grossraubtiere somit keine erwähnenswerte Rolle bei der Entstehung der Tierverluste spielen, richtet die Politik ihr Augenmerk auf sie statt auf fehlbare Schafhalter und Zuchtverbände.

 

Tierschutz ist kein Thema

In der Studie wird der Tierschutz erwartungsgemäss wiederum ausgeklammert. Unverständlich wenn man bedenkt, dass bei einer konsequent tierschutzkonformen Sömmerungspraxis hunderte oder gar tausende von Schafen am Leben bleiben und wohlbehalten zurückkehren würden. Tierschutzkonform bedeutet u.a., dass man seine Tiere beaufsichtigt und pflegt, Erkrankungen und Verletzungen rechtzeitig feststellt und entsprechende Massnahmen ergreift. Was für den Tierhalter im Talgebiet eine Selbstverständlichkeit ist, scheint für die meisten Schafhalter kein Thema zu sein.

 

Konsequenter Vollzug und Sanktionen tun Not

Der Zürcher Tierschutz fühlt sich durch diese Studie bestärkt, an seiner Forderung nach einem konsequenten Vollzug der Gesetzgebung und der Bestrafung säumiger Tierhalter aufrecht zu erhalten. Die Rechtsungleichheit im Vergleich zu den Tierhaltern im Talgebiet muss gestoppt werden. Es ist zudem stossend, dass unseres Wissens trotz bekannter Missstände noch nirgends die Direktzahlungen oder andere Beiträge gekürzt wurden. Warum wohl? Weil niemand hinschaut und die nötigen Massnahmen veranlasst.

 

Wenig wertvoll?