Tiere im Winter
 

Winterspeck und Pelzmantel

Beim Blick auf eisig kalt anmutende Seen und Bäche hat sich wohl der eine oder andere schon gefragt, ob Enten auch eine Blasenentzündung kriegen. Nun, diese Frage ist schnell mit Nein beantwortet. Vögel haben nämlich gar keine Harnblase. Ihre Harnleiter münden direkt in die Kloake wo Harn und Kot gemeinsam ausgeschieden werden. Gegen die Kälte im Eiswasser müssen sie sich jedoch trotzdem schützen und tun dies durch das Einfetten der Federn, wodurch das Federkleid wasserabweisend wird. Und wie sieht es bei anderen Tieren aus, die im Winter draussen sind?

 

Unterschiedliche Kälteschutzstrategien

Natürlich gehen die eisigen Winter auch an anderen Wildtieren nicht spurlos vorüber. Wer wünscht sich nicht manchmal, wie der Bär eine Winterruhe machen zu können, oder möchte gleich wie das Murmeltier für ein paar Monate in den Winterschlaf fallen dürfen. Wer nicht zu den Glücklichen gehört, der legt sich ein dickeres und längeres Fell zu, den sogenannten Winterpelz. Viele Arten fressen sich zudem eine gute Speckschicht auf die Rippen, welche ebenfalls eine isolierende Wirkung zeigt. Auch bei unseren Heimtieren kann man dieses Verhalten beobachten. Hunde, Katzen aber auch Nager beginnen im Herbst sich einen kleinen Speckmantel anzufressen, indem sie die Nahrungsaufnahme erhöhen und uns mit bettelnden Blicken bearbeiten. Gleichzeitig reduzieren sie den Energieverbrauch und ruhen vermehrt. Das Federvieh begegnet den tieferen Temperaturen zudem, indem es sich aufplustert und mit dem entstandenen Luftpolster eine gute Wärmedämmung erzielt, oder ganz einfach das Weite sucht und die Reise in südlichere Gefielde antritt.

 

Bei Wind und Wetter auf der Weide

Wildtiere zeigen uns also viele unterschiedliche Strategien, um sich vor der Kälte zu schützen. Auch domestizierte Tiere bedienen sich dieser ursprünglichen Mechanismen. Darum tolerieren unsere Nutztiere Kälte und Nässe recht gut. Das heisst, Rinder, Pferde oder Schafe könnten im Winter gut auch auf der Weide sein, vorausgesetzt sie sind nicht schutzlos den Witterungsverhältnissen ausgesetzt. Sie benötigen einen windgeschützten, trockenen Liegeplatz, wo alle Tiere gleichzeitig Platz finden. Schafe buddeln sich übrigens das Gras zum Fressen bis zu einer Schneedecke von über 30cm frei. Eine Zufütterung wird vor allem dann nötig, wenn sich wegen Regen eine Eisschicht über der Wiese gebildet hat. Bei Ziegen, Schweinen und Eseln muss man schon ein bisschen vorsichtiger sein. Vor allem nasser, morastiger Boden wird schlecht vertragen und führt zu gesundheitlichen Problemen. Eine gut eingestreute Liegehütte ist daher ein Muss. Zudem muss man daran denken, dass die Tiere mehrmals täglich Zugang zu Frischwasser benötigen.

 

Und das schicke Mäntelchen für den Hund?

Durch Züchtung haben einzelne Hunderassen ihr natürlich schützendes Haarkleid verloren und können durch mangelnde Unterwolle keine Isolationsschicht aufbauen. Ebenso ist die Wärmeregulation bei älteren oder kranken Hunden nicht mehr ausreichend gewährleistet. Ein Mäntelchen kann für diese Hunde sinnvoll sein. Manch ein Hund hat jedoch eine mindestens so grosse Garderobe wie sein schickes Frauchen. Dies ist falsch verstandene Tierliebe und das regelrechte Kostümieren der Hunde verletzt zudem deren Tierwürde. Also ein Mantel nur demjenigen Vierbeiner der ihn wirklich braucht. Für alle anderen Hunde und deren Besitzer gilt: Nicht nur in der warmen Stube hocken sondern auch bei Wind und Wetter raus, so dass die Hunde rechtzeitig ein schützendes Winterfell aufbauen können. Auf dem Spaziergang sollte der Hund mehrheitlich in Bewegung sein und nicht herumstehen müssen. Aufpassen muss man, dass der Hund nicht übermässig Schnee frisst, da dies zu einer sogenannten Schneegastritis (schmerzende Magenentzündung) führen kann. Hundeschuhe sind im Schnee nicht nötig. Bei der Rückkehr können allfällige Schneeklumpen und Salzrückstände einfach mit lauwarmem Wasser abgewaschen werden.

 

Kalte Füsse?

© Kathrin Herzog