Delphin-Importverbot ist da!
 

Das Delphin-Importverbot ist da!

Das Parlament ist dem Importverbot für Delphine bereits am 10. Mai einen schönen Schritt näher gekommen. Im Zuge der Differenzbereinigung zwischen den März-Beschlüssen des Nationalrates (Haltungsverbot) und jenen des Ständerates (Importverbot) hat die vorbereitende Kommission des Nationalrates (WBK-N) die Delphin-Frage am 10. Mai nochmals erörtert. Sie empfiehlt dem Nationalrat, den Beschluss des Ständerates - das Importverbot - mitzutragen. Dieser Empfehlung ist der Nationalrat jetzt in der Sessions-sitzung vom 29. Mai gefolgt. Ein unrühmliches Kapitel der Wildtierhaltung gehört nun zumindest in der Schweiz der Vergangenheit an.

 

Das Connyland plante Importe neuer Tiere

Delphine in Gefangenschaft vermehren sich nicht so gut, die Nachzuchten haben oftmals eine sehr kurze Lebenszeit (Tiere sterben kurz nach der Geburt oder vor Erreichen der Geschlechtsreife, weil ihre Haltung einfach nicht artgerecht ist). So können die Gruppen sich nicht selbst erhalten, und deshalb müssen Delphinarien immer wieder Tiere hinzukaufen d.h. importieren. Im Connyland im thurgauischen Lipperswil sind 2011 innert kürzester Zeit zwei Delphine verendet. Über die Todesursache wird zwar immer noch gestritten, für uns ist aber klar, dass Todesfälle im Grundsatz auf die nicht-artgemässe Haltung in Gefangenschaft zurückzuführen sind. Die aktuelle Gruppengrösse ist mit drei Tieren zu gering, vor allem aber ist die Gruppenzusammensetzung äusserst ungünstig: ein Weibchen und ihre beiden Söhne. Der ältere Sohn wird bald geschlechtsreif, Inzucht muss unbedingt vermieden werden, da drängt sich den Betreibern der erneute Zukauf von Tieren auf.

 

Wichtige Entscheidungsgrundlagen kamen von Tierschutzseite

OceanCare, ein wichtiger und höchst kompetenter Partner des Zürcher Tierschutz, hatte der nationalrätlichen Kommission (WBK-N) in einem Argumentarium wichtige Entscheidungsgrundlagen geliefert, die belegen, dass und warum die Delphinhaltung niemals artgerecht sein kann und folgerichtig der Import von Delphinen zu verbieten ist. OceanCare ist auch international anerkannt und berät wichtige Gremien in Fragen der Meeressäuger; u.a. hat seine Präsidentin Sigrid Lüber Sonderberater-Status bei der UNO. Die Stiftung für das Tier im Recht (TIR) hat der WBK-N ihrerseits eine Stellungnahme zum Thema Delphinhaltungsverbot resp. -importverbot zukommen lassen und befürwortet das Importverbot, z.T. widerlegt sie juristische Vorbehalte gegen ein Importverbot. Offensichtlich haben die fundierten Tierschutz-Argumente "gestochen" und das ihnen gebührende Gehör gefunden.

 

Herzlichen Glückwunsch an OceanCare und TIR und vielen Dank für die stetige und fundierte Arbeit zum Schutz von Delphinen und anderen Tieren. Nur gemeinsam und mit guten Argumenten kommt man zum Ziel.

 

Weitere Informationen des Zürcher Tierschutzes zu Meeressäugern resp. Delphinen und zur Partnerschaft mit OcenaCare:

 

Delphine gehören ins Meer!

© Silvia Bonizzoni
   

Kommentare zum…

Halteverbot für Delphine (Nationalrat):

Nationalrat will Delphinhaltung in der Schweiz verbieten (NZZ vom 13.3.2012)

Connyland hält an Delphinarium fest (NZZ Online vom 13.3.201)

 

Importverbot für Delphine (Ständerat):

Importverbot für Delphine: Absehbarer Erfolg eines langen Engagements (OceanCare am 14.3.2012)

 

 

Motion Quadranti vom 29.2.2012

 

Der Zürcher Tierschutz und die Meeressäuger

Seit 1995 kooperierte der Zürcher Tierschutz mit OceanCare in der Walschutzkoalition zum Schutz der Meeressäuger. Ab 2012 wir diese Zusammenarbeit noch intensiviert. mehr…