Weitere Nager
 

Wilde Kerle

Neue Nagerarten tauchen im Heimtierbereich immer wieder auf. Oft reicht schon ein einziger Blick auf die niedlichen Tiere, und man bekommt Lust, solche Gesellen bei sich zuhause zu haben. Aber kritisches Hinterfragen ist hier angesagt. Im Gegensatz zu Meerschweinchen oder Farbmäusen, die je nach Art schon seit Jahrhunderten vom Menschen gezüchtet wurden, sind diese Neulinge erst seit wenigen Jahren in menschlicher Obhut. Sie sind also nicht domestiziert, sprich: es handelt sich um Wildtiere. Dies bedeutet, dass sie oft schwieriger zu halten sind, die Verträglichkeit untereinander fragiler ist und ihnen der Umgang mit "ihrem" Menschen möglicherweise mehr Stress verursacht. Ihre Haltung stellt deshalb noch höhere Anforderungen und ist ausserdem auch prinzipiell kritisch zu betrachten.

 

Wer sich trotz dieser Bedenken für eine weniger gängige Nagerart interessiert, tut wie jeder zukünftige Tierhalter gut daran, sich eingehend über die Bedürfnisse und Eigenheiten zu informieren. Erst dann kann abgeschätzt werden, ob die Platzverhältnisse und die freie Zeit ausreichen, um den neuen Mitbewohnern ein artgerechtes Zuhause bieten zu können.

 

Zwerghamster werden oft einfach mit Goldhamstern gleichgesetzt. Es gibt aber zahlreiche verschiedene Arten. Vertreter einer Art können in der Gruppe leben, diejenigen einer anderen Art sind strikte Einzelgänger. Ihre Haltung ist anspruchsvoll. Sie brauchen viel Platz zum Graben und Klettern, aber auch eine genügend grosse Auswahl an Schlafplätzen

 

Rennmäuse (Gerbils) sind interessante und lebhafte kleine Nager. Die Verträglichkeit innerhalb der Gruppe ist jedoch recht zerbrechlich, die Vergesellschaftung schwierig, und das Risiko, dass einzelne einsame Rennmäuse zurückbleiben, gross. Zudem ist die Haltung in geräumigen Vivarien mit tiefer Einstreu aufwändig und pflegeintensiv.

 

Degus werden erst seit kurzem als Heimtiere gehalten. Sie müssen unbedingt in Gruppen gehalten werden und brauchen sowohl eine Möglichkeit zum Gänge graben, als auch einen Klettergarten mit viel Platz.

 

Chinchillas sind überaus bewegungsfreudig. Am besten stellt man ihnen ein ganzes Zimmer zur Verfügung. Dort wird dann aber nicht nur alles angeknabbert, was nicht aus Metall oder Glas ist, sondern viel Staub aufgewirbelt und Sand heraus gescharrt. Sie sind vor allem dämmerungs- und nachtaktiv. Die Fütterung ist sehr anspruchsvoll, da Chinchillas bei den kleinsten Abweichungen Magen-Darmprobleme kriegen.

 

Anspruchsvolle Mitbewohner

Rennmaus
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