Farbmäuse artgerecht halten

Farbmäuse
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    Weitere Info

     

     

    Farbmäuse
     

    Quirlige Entdecker

    Nicht alle Menschen mögen Mäuse, doch vielen entlocken die kleinen Turner sofort ein Lächeln. Lieben wir sie doch bereits als Kinder als Helden zahlreicher Zeichentrickfilme. Auch in natura haben die kleinen Nager einiges zu bieten. Wer ihnen zuschaut, wie sie neugierig ihr Terrarium erkunden und überall herumwuseln, braucht keinen Fernseher mehr.

     

    Biologie und Verhalten

    Unsere Farbmäuse stammen ursprünglich aus den Steppengebieten Zentralasiens. Dort leben sie in grossen Kolonien. Sie graben ausgedehnte Gangsysteme, in denen sie eng aneinander gekuschelt schlafen. Die sozialen Nagetiere putzen sich auch gegenseitig und Weibchen kümmern sich sogar zeitweise gegenseitig um die jeweiligen Jungen.

     

    Wildlebende (Farb)mäuse sind nachtaktiv. Damit sind sie auch gut beraten, denn diverse Fressfeinde warten nur darauf, sie sich als Beutetiere zu schnappen. In der Heimtierhaltung sind Mäuse aber auch tagsüber aktiv. In der kargen Steppe ist die Nahrung knapp. Die wilden Verwandten sind deshalb stundenlang unterwegs und legen dabei grosse Strecken zurück, um genügend Futter zu finden. Sie können schnell rennen und sind geschickte Kletterer. Zur Orientierung legen sie Duftspuren, damit sie im Dunkeln wieder zurück finden und gute Futterstellen erneut aufsuchen können.

     

    Mäuse sind überaus fruchtbar, im Alter von 3 Wochen werden sie bereits geschlechtsreif. Nach einer Tragzeit von 3 Wochen bringen die Weibchen einen Wurf von 10 bis 20 Jungen zur Welt. 24 Stunden nach der Geburt ist die Mutter bereits wieder empfängnisbereit. Ihre Lebenserwartung beträgt 2 bis 3 Jahre, selten mehr.

     

    Die Farbmäuse, die bei uns als Heimtiere gehalten werden, stammen von den Labormäusen ab. Es gibt sie in allen möglichen Farben, oft auch gescheckt.

    Die Finger muss man aber von sogenannten Tanzmäusen lassen, denn diesen Tieren wurde eine Krankheit angezüchtet, an welcher sie lebenslang leiden. Sie können kein artgerechtes Leben führen, da ihr Gleichgewichtsorgan defekt ist.

     

    Die Haltung von Farbmäusen

    Farbmäuse sind soziale Tiere und dürfen nicht einzeln gehalten werden. Einzelhaltung ist auch vone Gesetzes wegen verboten. Dabei gilt es aber, die Gruppenzusammensetzung zu beachten. Männchen vertragen sich untereinander nicht. In der Natur würde das schwächere Männchen das Revier verlassen. Da es dies in einem Terrarium nicht kann, wird es früher oder später vom stärkeren Männchen getötet. Am besten hält man eine Gruppe von Weibchen. Soll ein Männchen dazu gehören, muss dieses unbedingt kastriert sein, damit man nicht plötzlich eine riesige Kolonie von Mäusen hat. Fremde Mäuse können später nur schlecht in die Gruppe integriert werden. Ist dies trotzdem nötig, sollte man sich Tipps von Spezialisten geben lassen, damit es nicht zu lebensgefährlichen Kämpfen kommt.

     

    Die bewegungsfreudigen kleinen Nager brauchen viel Platz, ideal sind mehrere Quadratmeter. Handelsübliche Käfige sind meist zu klein und deshalb ungeeignet. Ein Terrarium von 100 x 50 x 50 cm ist jedoch vertretbar. Auch ein Käfig mit den gleichen Ausmassen ist geeignet, der Abstand der Gitterstäbe sollte dabei aber höchstens 0.5 cm betragen, sonst können die Tiere hindurch schlüpfen. Um die Grundfläche zu erhöhen, können auch mehrere Stockwerke eingebaut oder mehrere Käfige mit einem ausbruchsicheren Röhrensystem verbunden werden.

     

    Da Mäuse gern graben, füllt man mindestens 15 cm Strohhäksel, entstaubte Hobelspäne oder andere im Handel erhältliche Einstreu ein. Diese sollte alle paar Tage ausgewechselt werden, damit sich kein schlechter Geruch bildet. Halten Sie dabei immer eine Handvoll alte Streu zurück. Der Geruch hilft den Mäusen, das gesäuberte Zuhause doch noch als das ihre zu erkennen.

     

    Mehrere Stockwerke mit Leitern, Treppen, Backsteinen und frischen Ästen schaffen interessante Kletterstrukturen, die von den Mäusen neugierig erkundet werden. Daneben sollte der Käfig oder das Terrarium auch Unterschlüpfe und Verstecke, und nicht zuletzt ein Schlafhäuschen bieten. Gern nehmen die kleinen Nager Heu und unparfümiertes Haushaltspapier an, um ihren Schlafbereich damit weich auszupolstern. Langeweile ist schlimm für die kleinen Entdecker. Gestalten Sie deshalb ihren Lebensraum immer wieder neu mit interessanten Strukturen.

     

    Als Hauptfutter eignet sich eine handelsübliche Körnermischung für Mäuse. Ergänzt wird die tägliche Ration mit Obst und Gemüse, und zwischendurch auch mal Nüssen. Frisches Trinkwasser muss immer bereit stehen. Dafür eignet sich ein kleiner Wassernapf, der erhöht stehen sollte, damit er nicht eingegraben wird.

     

    Meine Farbmäuse und ich

    Unsere Farbmäuse stammen wie erwähnt von Labormäusen ab. Da diese unter anderem auch auf Zutraulichkeit gezüchtet wurden - mit bissigen und scheuen Mäusen lässt sich nicht gut arbeiten - werden sie schnell handzahm und nehmen Futter aus der Hand. Doch alles lassen sie sich nicht gefallen, und eine erschrockene Maus kann kräftig zubeissen. Gehen Sie also immer respektvoll und ruhig mit Ihren Mäusen um. Mäuse sind Beutetiere und bekommen grossen Stress, wenn sie von oben her gepackt und festgehalten werden. Nie sollten Mäuse am Schwanz hochgehoben werden!

     

    Bricht eine Maus einmal aus, lässt sie sich am besten mit einer Kartonröhre wieder einfangen. Schliessen Sie diese auf einer Seite und bieten sie sie dem Ausreisser als Schlupfwinkel an. Ist die Maus drin, können Sie das andere Ende mit der Hand zu halten und sie wieder in ihr vertrautes Zuhause setzen.

     

    Wie alle anderen Nager eignen sich auch Farbmäuse nicht als Kuscheltiere, sie wollen nicht geknuddelt werden. Wer dies respektiert, wird viel Freude mit seinen lebhaften Mitbewohnern haben.

     

    Krankheiten

    Wenn Sie Ihre Farbmäuse täglich beobachten werden Ihnen Veränderungen rasch auffallen. Haarsausfall, nasses Fell, Geschwulste, Verklebungen in der Afterregion oder schmieriger Kot können Anzeichen einer Erkrankung sein. Eine Liste von möglichen Gesundheitsproblemen und was zu tun ist, finden Sie hier.