Kaninchen
 

Gesundheitsfragen

Vorbeugen ist besser als heilen!

Für Kaninchen gibt es die Impfung gegen die Chinaseuche (RHD, Rabbit Hemorrhagic Disease), was ihnen einen guten Gesundheitsschutz gibt.

 

Hygiene. Eine Grundvoraussetzung zur Verhinderung von Krankheiten ist Sauberkeit d.h. die regelmässige Reinigung des Geheges und Entfernung von Essresten. Daneben ist aber auch die richtige Ernährung ein sehr wichtiger Faktor.


Ernährung. Kaninchen sollten drei Mal täglich gefüttert werden, damit ihre immer aktive Darmflora in Gang gehalten werden kann. Das wichtigste Grundnahrungsmittel ist ein qualitativ hochwertiges Heu. Es ist lebensnotwendig und durch nichts zu ersetzen. Es liefert den Tieren Rohfasern, zusätzlich muss das Heu ausgiebig gekaut werden. Dadurch wird die Speichelproduktion angeregt, was wiederum einen positiven Einfluss auf die Darmflora hat. Gleichzeitig sind die Tiere auch beschäftigt. Erst wenn am Morgen eine grosse Portion frisches Heu verfüttert worden ist, kann man gegen Mittag auch Grünfutter anbieten und später auch noch Körnerfutter, das aber dem Bedarf der Tiere angepasst sein sollte, damit sie nicht fett werden. Zusätzlich kann auch noch Nagematerial für die Zähne angeboten werden, wie z.B. Rinden und Wurzeln und Äste.


Tränke. Den Tieren sollte unbeschränkter Zugang zu frischem Wasser angeboten werden. Wie Studien belegen, trinken Kaninchen das Wasser lieber aus offenen Trinkgefässen als aus Nippeltrinkbehältern. Um Krankheiten  vorzubeugen, ist es enorm wichtig, dass die Tiere genügend Wasser am Tag zu sich nehmen. Man rechnet mit durchschnittlich 100 ml /Tier/Tag bei zusätzlicher Grünfütterung.

 

Überwachung. Damit Sie mögliche Krankheitsanzeichen so früh als möglich erkennen, sollten Sie die Tiere regelmässig beobachten und kontrollieren. Bedenken Sie aber, dass Kaninchen sehr stressempfindlich sind und ihnen jede unnötige Beunruhigung schadet. Es gilt: Wer ein Kaninchen anfasst, tut es ruhig aber bestimmt.

 

Was kann ich selber kontrollieren und behandeln?

  • Während der täglichen Fütterung lässt sich ohne jegliche Beunruhigung der Tiere beobachten, ob alle sofort zum Futterplatz kommen, ob sie sich normal bewegen und sofort fressen.
  • Wöchentlich sollte man kontrollieren, ob die Analregion sauber ist. Vor allem im Sommer ist darauf zu achten, dass sich an einem verschmutzten After keine Fliegenlarven entwickeln und das Kaninchen von diesen Maden nicht angefressen wird. Schmutzige Stellen (Kot) sollte man vorsichtig mit lauwarmem Wasser sauber waschen.
  • Kontrollieren Sie auch die Krallen. Sind sie zu lang, können Sie sie vorsichtig kürzen.
  • Das regelmässige Wägen (z.B. wöchentlich) gehört ebenfalls zur Gesundheitsüberwachung. Verliert ein Tier an Gewicht obwohl es frisst, sollten Sie die Zähne kontrollieren lassen.
  • Sind Kinn und die Maulecken vermehrt feucht und frisst das Tier auch langsamer und vorsichtiger als sonst, deutet auch dies auf Zahnprobleme hin. Diese lassen sich allerdings nicht selber behandeln, dazu müssen Sie den Tierarzt aufsuchen.
 

Wann zum Tierarzt?

Kaninchenkrankheiten sind sehr oft haltungsbedingt. Die Hauptgründe sind eine nicht artgemässe Fütterung und fehlendes Nagematerial, was zu Zahnproblemen, Verdauungsproblemen und Fettleibigkeit führen kann. Aber auch Platz- und Bewegungsmangel sowie eine extreme Ausprägung von Körpermerkmalen (Extremzuchten) können zu Erkrankungen führen.

 

Mehrere Symptome können bei Kaninchen entweder harmlos oder Hinweis auf eine ernsthafte Erkrankung sein. Zu entscheiden, was im Einzelfall zutrifft, fällt dem Laien schwer. Beobachten Sie Ungewöhnliches und Ungereimtes, sollten Sie darum den Tierarzt aufsuchen, bevor es für eine allfällige Behandlung zu spät ist.

 

Wenn das Tier einmal geimpft, sollte die Impfung jährlich aufgefrischt werden. Bei diesem Tierarztbesuch kann man auch gleich die Zähne und Krallen kontrollieren (ev. kürzen) und einen allgemeinen Check durchführen lassen.

 

Wie transportiere ich mein Kaninchen zum Tierarzt?

Nicht alles lässt sich selber diagnostizieren und behandeln, manchmal wird der Gang zum Tierarzt nötig. Das Kaninchen wird dann am besten so transportiert: in einem Katzenkorb oder einer Kartonschachtel auf einem hellen Tuch oder Haushaltspapier. So kann der Tierarzt gleich den Kot und Urin begutachten. Achtung: Kein Stroh oder Heu in den Transportbehälter beigeben, sie könnten zu Augenverletzungen führen.

 

 

GESUNDES KANINCHEN?

© B. Trachsel
 

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