Ein Fall für den Profi

Pfeilgiftfrosch
© R. Sollberger
 

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Von der Anschaffung von Exoten raten wir grundsätzlich ab. Wer aber die Tiere bereits besitzt, findet hier Informationen zur richtigen Haltung und Auffangstationen:

     
Exoten
 

Faszinierende Fremdlinge

Die Farben und Formen der Tropen ins Wohnzimmer zu holen ist verlockend. Exotische Tiere sind wunderschön anzusehen und hochinteressant. Doch eine Wohnung ist so ganz anders als ihr natürlicher Lebensraum, und die Haltung stellt deshalb höchste Ansprüche an den Tierhalter. Dass Krokodile in der Badewanne oder Geparden im Wohnzimmer nicht gehalten werden können, ist sonnenklar. Doch auch für die Haltung von kleineren Exoten wie Vogelspinnen, Fröschen aus dem Regenwald oder Weissbauchigeln, die scheinbar nicht viel brauchen, ist spezifisches Fachwissen unerlässlich. Ausserdem sind viele dieser Tierarten sehr langlebig, für sie muss also eine jahrzehntelange optimale Betreuung gewährleistet werden. Aus Tierschutzsicht sind deshalb exotische Tiere in einem Privathaushalt nicht zu empfehlen.

 

Häufige Tierschutzprobleme

 
  • Exoten sind Wildtiere. Anders als beispielsweise Hund oder Katze, - die über viele Generationen zu Haustieren geworden sind - sind Exoten Wildtiere. Sie sind an das Leben in der freien Natur angepasst und deshalb sehr viel schwieriger zu halten.
 
  • Exotische Tierarten stellen ganz besondere Anforderungen. Wildtiere sind am besten an ihren natürlichen Lebensraum angepasst und gehen ein, wenn zum Beispiel in unserer Obhut Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Lichtverhältnisse oder Futter nicht passen. Dies erfordert einerseits fundiertes Fachwissen, andererseits eine aufwändige technische Ausrüstung. Oft gehen die Tiere wegen Haltungsfehlern kläglich ein.
 
  • Exoten werden nicht selten ausgesetzt. Überforderte Halter wissen sich gelegentlich nicht anders zu helfen, als das Tier irgendwo loszuwerden. Tropenschildkröten im Waldteich, Papageien im Stadtpark oder gar Vogelspinnen in der Masoalahalle im Zürcher Zoo - immer wieder werden ausgesetzte Exoten aufgefunden. Diejenigen, die nicht gefunden werden, erfrieren, verhungern oder verenden aus anderen Gründen.
 

Wir empfehlen deshalb, Exoten den Zoofachleuten und anderen Tierhaltungsprofis zu überlassen.

 

Überfordert? Wohin mit den Exoten?

In der Schweiz gibt es Auffangstationen, die exotische Tiere aufnehmen und an professionelle Halter weiter vermitteln. Kontaktinformationen finden Sie in der rechten Spalte dieser Seite.

 

Gesetzliche Vorschriften zu Wildtieren

Die Schweizer Tierschutzgesetzgebung enthält zahlreiche Vorgaben zur Haltung von Wildtieren. Diese Vorgaben sind meist nur für entsprechend ausgerüstete Profis erfüllbar. Ausserdem ist für viele exotische Tierarten eine Bewilligung notwendig.

 

Alternativen zur Exotenhaltung im Privathaushalt

Zoos verfügen über eine grosse Zahl von exotischen Tieren, zu denen eingehende Informationen verfügbar sind und für die auch Patenschaften übernommen werden können. In einigen Zoos gibt es sogar die Möglichkeit, einen Besuch mit dem Tierpfleger beim Zootier zu machen und dieses ganz aus der Nähe zu erleben. Oder wie wäre es gar mit einer Reise in den eigentlichen Lebensraum Ihres Lieblingstiers? Tiere in ihrer natürlichen Umgebung zu erleben, ist die wohl schönste Art der Begegnung mit ihnen.