Zürcher Tierschutz 
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Wer war hier?
- © J. Kornacher
„Spuren suchen, das ist wie Detektiv spielen: Informationen Stück für Stück zusammen setzen.“, sagt der Winterthurer Zoologe Christian Speich.
Stimmen von Schulkindern
Desiree: Da konnte ich einiges lernen, zum Beispiel über die Strukturen der Findlinge und dass Mäuse ganz anders nagen als Eichhörnchen.
Julian: Der Ameisenhaufen und die vielen Spuren haben mir gefallen. Ich war früher schon mal hier, aber so genau habe ich nicht hingesehen.
Pavanja: Das hat Spass gemacht! Die Rehspuren und die tollen Steine fand ich am schönsten.
Lucca: Ein spannender Ausflug! Am besten hat mir der Wechsel gefallen, wo die Tiere durchlaufen.
Fährtenleser bestellen
Die Broschüren "Fährtenleser" sind im Tierbuchshop oder direkt beim Zürcher Tierschutz zu bestellen:
e-mail oder Telefon: 044 261 97 14
Winterthurer Spurensucher auf der Schwägalp
Der Zürcher Tierschutz machte sich im Juni 2009 mit Winterthurer Schulklassen auf die Spuren von Tieren in den Bergen. Mit den „Fährtenleser“-Exkursionen werden Kinder auf spannende Weise für den Tierschutz sensibilisiert.
„Und das Hölzli da, war das auch ein Dachs?“
Valmir, der Fünftklässler der Oberwinterthurer Primarschule Ausserdorf will den Experten testen. Doch der durchschaut die List und lächelt. „Die stammt von einem Frechdachs. Das nennt man in der Fachsprache eine gepfefferte Spur.“
Christian Speich, Zoologe und Tierautor aus Winterthur, führt seit Jahren für den Zürcher Tierschutz Schulklassen auf die Fährten wilder Tiere. Er ist auch der Autor der Broschürenreihe „Fährtenleser“, die der Zürcher Tierschutz einmal pro Jahr herausgibt. Im Juni 2009 führte Speich die Ausserdorfer Schulklasse auf der Schwägalp auf die Spuren wilder Tiere. „Wir wollen den Kindern die Natur durch ein Erlebnis näher bringen“, sagt er. „So können sie einen Zugang zum Thema Natur- und Tierschutz finden.“
Eben hat er den Schülern anhand eines Holzstückes am Weg erklärt, dass der Dachs sich von Käfern und Larven ernährt. Der Dachs reisst mit der Klaue ein Stück Holz ab und kaut es. Nicht weit entfernt davon wieder eine Spur, diesmal ein Hufabdruck. „Da, die vordere Kante zeigt es deutlich: ein Rothirsch.“ Die Kinder prüfen die Spur, blicken auf und staunen.
„Scho no spannend!“
Der Zoologe hebt abgenagte Tannenzapfen auf. „Wer war das?“ Die Kinder tippen auf ein Eichhörnchen. „Höchstens ein ganz junges“, sagt der Tierexperte. Ein erfahrenes Eichhörnchen reisst eher „Ritsch-Ratsch“ die Samen heraus und lässt den Rest übrig. Mäuse hingegen nagen gründlich und penibel.
„Spuren suchen, das ist wie Detektiv spielen: Informationen Stück für Stück zusammen setzen.“, sagt Speich. Oft sei man auch auf Vermutungen angewiesen. Denn in der Natur passiere vieles, was wir nicht nachweisen können. Speich wandert mit den Kindern vorbei an Ameisenhaufen, zeigt ihnen einen Pfad, einen „Wechsel“, den Wiederkäuer wie Reh, Gämse oder Rothirsch benutzen, um im Schutz der Hangkuppe ihre Nahrung zu verdauen. Die Kinder sind beeindruckt. „Scho no spannend“, meint der listige Valmir.
Vier Fragen an den Zoologen Christian Speich
(Interview: Johannes Kornacher)
Wie hat sich das Leben der Wildtiere in den letzten Jahren verändert?
Die wachsende Zersiedelung engt ihren Lebensraum immer mehr ein. Landschaften sind offener und bieten weniger Deckung. Die Barrieren der Verkehrswege wurden immer grösser und vielfältiger. Das ist wie ein Krebswuchs.
Keine Verbesserungen?
Doch, in den letzten fünfzehn Jahren hat man viel Geld investiert in Bepflanzungen, Uferbelebungen, Schutzzonen oder so genannte Grün-Brücken. Sie verbinden Biotope und bewirken Wunder für Wildtiere.
Werden wir eines Tages verschwundene Tierarten wieder antreffen?
Der Wolf wird bald wieder unter uns sein. Man wird ihn zunächst gar nicht bemerken. Seine Spuren sind ja von Hundespuren nicht zu unterscheiden. Erst wenn er ein Tier reisst, wird man ihn mit Gentests schnell identifizieren.
Wie können wir Wildtiere besser schützen?
Indem wir unser Freizeitverhalten anders organisieren. Alle Adventure-Aktivitäten wie zum Beispiel Schneeschuhwandern oder Biken lassen Wildtiere leiden, weil sie ihren Lebensraum massiv reduzieren. Wir müssen das dringend in vernünftige Bahnen lenken.
