Fragwürdige Forschung

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Tierversuche in der Schweiz werden in einem Bewilligungsverfahren geprüft. Informationen dazu finden Sie hier

 

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Übergewicht im Tierversuch
 

Dick gemachte Affen für übergewichtige Menschen?

Über 4000 Affen werden im nationalen Forschungszentrum für Primaten in Oregon USA gehalten. Zur Erforschung von Fettsucht und Diabetes mellitus werden 150 Rhesusaffen experimentell dick gemacht. Sie sitzen in kleinen Einzelkäfigen, werden mit fetthaltiger Nahrung und zuckerangereicherten Getränken gefüttert. Zwischendurch dürfen sie sich mit Erdnussbutter, Popcorn oder Nüssen vollstopfen, so dass sie optimal den trägen, fetten Amerikaner simulieren. So werden Tiere zur Erforschung von Zivilisationskrankheiten, welche durch ungesunde Ernährung und Trägheit verursacht sind, massivem Leiden ausgesetzt. Das ist inakzeptabel!


Monate bis Jahre in Einzelhaft

Über Monate oder Jahre werden die Affen alleine in Einzelkäfigen gehalten, damit man ihr Fressverhalten beobachten und die aufgenommene Nahrung milligramm-genau erfassen kann. An einem Teil der Tiere testet man neue Medikamente, welche die Futteraufnahme bis zu 40% reduzieren sollen. Oder man vergleicht Operationstechniken zur Magenverkleinerungen sowie deren Auswirkungen auf den Stoffwechsel. Viele der Affen erkranken an Diabetes und müssen mit Insulin therapiert werden, andere zeigen alle Anzeichen von Arteriosklerose oder sterben frühzeitig an Herzversagen.


Die Tierwürde wird massiv verletzt!

Bei der für die Experimente vorgeschriebenen ethischen Beurteilung (Güterabwägung), bringen die beinahe 70% übergewichtigen Amerikaner offensichtlich mehr Gewicht in die Waagschale als unsere nahen Verwandten. Gerade hier, wo das Tier so offensichtlich zum reinen Messinstrument degradiert wird, zeigt sich die – in der Schweiz verbotene –Würdeverletzung aufs Deutlichste. Solche Versuche dürften auch in Amerika nicht stattfinden.


Affen als perfektes Modell für den übergewichtigen Menschen?

Nicht wirklich! Primaten scheinen sich für das künstliche Dickmachen zwar besonders zu eignen, da sich die sozialen Tiere in Isolationshaltung aus lauter Frustration und Langeweile ähnlich wie Menschen verhalten und (fr)essen, auch wenn sie schon lange satt sind. Viele der Affen nehmen aber trotz übermässiger Fütterung nicht an Gewicht zu. Eine andere Gruppe verfettet bei der Verfütterung einer Diät, welche für Herzpatienten konzipiert wurde. Ein Appetitzügler schliesslich, welcher an Ratten zu einer verminderten Futteraufnahme führte, bewirkte bei Pavianen genau das Gegenteil: sie verdoppelten ihre Nahrungsaufnahme.