Es geht auch ohne Leiden!

© Ragne Kabanova
 

Das 3R-Prinzip

3R steht für Repace, Reduce, Refine animal experimantation.

auf Deutsch: Vermeide, Vermindere, Verfeinere Tierversuche.

 

In der Schweiz wird das Befolgen des 3R-Prinzips seit 2008 vom Gesetz gefordert (Art. 137 TSchV).

 

 
 

Weitere Informationen

...über Alternativmethoden

 

Die Basler Deklaration im Wortlaut

 

Jahrebericht 2010/11 der Basler Deklaration

 

Gesetzliche Bestimmungen zur Beurteilung des unerlässichen Masses von belastenden Tierversuchen und zum Umgang mit Versuchstieren (Art. 137 Tierschutzverordnung)

 

Bericht der Eidg. Finanzkontrolle: Tierversuche - Prüfung des Bewilligungsprozesses, der Kosten und der Finanzierung (Zusammenfassung)

 

„Das wird Jahre bis Jahrzehnte dauern“. Interview mit Prof. Hengartner. Aargauerzeitung vom 18.10.2011, Seite 21.

 

Parlamentarische Anfrage Maya Graf (11.1085): Öffentliche Gelder für Tierversuche. Mehr Transparenz.

 

 

 

 

EIN JAHR BASLER DEKLARATION
 

Forschende halten hartnäckig an Tierversuchen fest

Die "Basler Deklaration" wurde vor einem Jahr im Rahmen einer Konferenz mit 80 Forschenden aus Europa erlassen. Sie definiert sich als "Aufruf zu mehr Vertrauen und Kommunikation, aber auch zu respektvollem Umgang mit Labortieren". Hinsichtlich des Umgangs mit Versuchstieren werden Prinzipien propagiert, die in der Schweiz gesetzlich vorgeschrieben und darum zwingend - auch ohne Motivation - zu befolgen sind. Was also sind die eigentlichen Ziele und Tätigkeiten der Basler Deklaration

 

Tierversuche schmackhaft machen

Den Unterzeichnenden geht es um mehr öffentliches Vertrauen in sie und ihre Forschung. Eine aktive Kommunikation soll als Mittel der Vertrauensbildung dienen. Folgerichtig bestanden ihre Aktivitäten 2010/11 v.a. darin, Tierversuche wo auch immer zu rechtfertigen, um sie weiterhin ungestört durchführen zu können (siehe Jahresbericht 2010/11). In einem Interview zum 1-jährigen Bestehen der Deklaration gab Michael Hengartner, Dekan der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Zürich, freimütig zu, hinsichtlich Reduktion und Ersatz von Tierversuchen sei noch wenig erreicht worden. Erklärend ergänzte er, das Interesse der Forschenden an Alternativmethoden im Sinne der 3R sei gering, denn 3R-Forschung sei nicht sexy....

 

Forderungen des Zürcher Tierschutz

Um dem 3R-Prinzip zu mehr Durchschlagskraft zu verhelfen, erhebt der Zürcher Tierschutz drei Forderungen. Sie richten sich an die Unterzeichnenden der Basler Deklaration, aber auch an den Schweizerischen Nationalfonds SNF sowie die Stiftung Forschung 3R:

  1. Umdenken. Der Tierversuch als Standardmethode ist veraltet, zu wenig aussagekräftig, bisweilen irreführend, in jeder Hinsicht zu teuer und ethisch kaum noch zu rechtfertigen. Forschung muss wissenschaftlich modern und innovativ sein. Ihr Ziel muss sein, die Palette an hervorragenden tierversuchsfreien Methoden zu erweitern und anzuwenden.
  2. Bessere Aus- und Weiterbildung. Die Ausbildung in 3R-Methoden muss (auch) eine eigenständige Disziplin werden und darf nicht länger wie bisher nur im Rahmen der Aus- und Weiterbildung zum Tierversuchsleiter erfolgen. Zudem sollen Universitäten ihren Forschenden eine Anlaufstelle in Person eines 3R-Beratenden zur Verfügung stellen.
  3. Mehr Geld für 3R-Forschung. Institute/Institutionen, die Versuchstiere einsetzen, müssen - in Abhängigkeit der von ihnen verwendeten Anzahl Versuchstiere und im Sinne einer Lenkungsabgabegezielt in die 3R-Forschung und dabei möglichst in Ersatzmethoden investieren (Verursacherprinzip). Nimmt man die Berechnungsgrundlage 10% der geschätzten Tierhaltungskosten von 130 Mio (siehe unten), stehen so jährlich etwa 13 Millionen Franken für die 3R-Forschung zur Verfügung. Das schafft Vertrauen in die Forschung und trägt dem Tierschutzgedanken Rechnung.

 

3R-Forschung ist sehr „sexy“!

Es gibt bereits eine grosse und stetig wachsende 3R-Forschergemeinde, dies v.a. in der Pharmaindustrie. Ihre Bestrebungen, auf Ersatzmethoden zum Tierversuch zu setzen, sind erfolgreich. Ersatzmethoden sind verlässlicher als der altertümliche Tierversuch, sie sind ethisch unbedenklich und darüber hinaus schneller und billiger. Aber die akademische (Grundlagen-) Forschung und die staatliche Forschungsförderung haben die Zeichen der Zeit teilweise noch nicht erkannt. So werden jährlich gegen 130 Millionen Franken alleine in die Tierhaltung investiert (Personal- und Versuchskosten sind in dieser Rechnung noch nicht enthalten!). Ein Grossteil dieses Geldes wird durch Bund und Kanton d.h. vom Steuerzahler finanziert. Geradezu lächerlich sind demgegenüber die rund 800'000.-, die die Stiftung Forschung 3R - gespiesen mit Geldern von Bund und Interpharma - jährlich für 3R-Forschung investieren kann. Ein anderer Vergleich: 2010 wurden schweizweit 1200 Tierversuche bewilligt aber nur 7 Forschungsprojekte im Sinne der 3R.