Schafhalter im Visier

© Gabi Trachsel
 

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    Aus den Augen, aus dem Sinn
     

    Keine Steuergelder für fehlbare Schafhalter

    Alpsömmerung ohne Rückkehr

    Zur Zeit sind gegen 250'000 Schafe zur Sömmerung auf unseren Alpen. Im besten Fall werden sie durch Schafhirten und Herdenschutzhunde gegen Gefahren geschützt. Andere werden in eingezäunten Umtriebsweide gehalten und sporadisch kontrolliert. Etwa 40% der Tiere hingegen geniessen völlige Freiheit, sind unbeaufsichtigt und leben entsprechend gefährlich. So kommen jeden Sommer zirka 10'000 von ihnen durch Steinschlag, Abstürze oder andere Missgeschicke zu Tode. Oder sie erkranken und sterben, weil sie nicht rechtzeitig behandelt werden.

     

    Tierschutzgesetz gilt nur für die andern

    Die unbeaufsichtigte Alpsömmerung verstösst mehrfach gegen das Tierschutzgesetz. Auch als Schafhalter muss man seine Tiere beaufsichtigen und pflegen, Erkrankungen und Verletzungen rechtzeitig feststellen und Massnahmen ergreifen. Auch ist den Tieren Schutz vor extremen Witterungsbedingungen zu bieten. Die gängige Praxis ohne Betreuung und Schutz kommt einer Aussetzung gleich, bei der auch der mögliche Tod der Tiere stillschweigend in Kauf genommen wird.

     

     

    Delinquieren und kassieren

    Wer Schafe hält und sömmert, kassiert Steuergelder. Nebst Beiträgen für die bewirtschaftete Grundfläche gibts pro Jahr ca. 90.- Franken pro Schaf. Im Berggebiet werden zudem weitere Subventionen geleistet, so dass pro erwachsenes Tier bis zu CHF 300.- Unterstützung zusammen kommen können. Die Sömmerung wird speziell entschädigt, mit CHF 28.-- pro gehirtetes und CHF 10.-- pro unbetreutes Schaf.

     

    Betrug an Steuerzahlenden

    Sämtliche Beitragszahlungen dürften eigentlich nur erfolgen, wenn das Tierschutzgesetz eingehalten wird. Das ist hier nicht der Fall und wir SteuerzahlerInnen finanzieren das illegale Verhalten der fehlbaren Schafbauern mit dem Segen gewisser Vollzugsbehörden und des Staates. Zudem herrscht Rechtsungleichheit, indem Tierhalter im Flachland bei Missständen viel früher zur Verantwortung gezogen werden. Auch erhalten Hühnerhalter keine Entschädigung, wenn der Fuchs, analog zum Bären, ein Huhn erbeutet.

     

    Konsequenter Vollzug und Geld nur gegen Leistung

    Wer gegen das Tierschutzgesetz verstösst, ist zur Rechenschaft zu ziehen. Die Vollzugsbehörden gewisser Kantone sind aufgerufen, endlich konsequent zu handeln. Denn es sind nicht wenige Schafhalter, die nach wie vor ungeschoren davon kommen. Direktzahlungen sind zu kürzen oder einzustellen, wenn Schafe unbehütet gesömmert werden. Geld darf nur erhalten, wer seine Tiere entsprechend einem anerkannten Herdenschutzmanagement hält.