Tausende für Versuche

 

Tierversuchsstatistik 2013

 

Das 3R-Prinzip

3R steht für "Replace, Reduce, Refine animal experimentation". Auf Deutsch heisst dies so viel wie "Vermeide, Vermindere, Verfeinere Tierversuche".

 

Mehr zum Thema: > Tierversuche, > Alternativmethoden

 

 

Primaten als Versuchtiere

Gesamtschweizerisch stieg die Zahl der im Versuch eingesetzten Primaten um 16%. Total waren es 322 Tiere, 9 davon mit dem höchsten Belastungsgrad. Die Rechtfertigung von Experimenten mit den nächsten Verwandten des Menschen ist gründlich zu hinterfragen.

 

 

 

Tierversuchsstatistik 2013
 

Viele Versuchstiere…

Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV erfüllt seine Pflicht und publizierte die Tierversuchszahlen für das letzte Jahr. Insgesamt wurden 2013 590‘245 Tiere in Tierversuchen eingesetzt. Dies sind zwar leicht weniger als im Jahr davor, aus Tierschutzsicht aber immer noch viel zu viele. Viele Tierversuche sind ethisch absolut nicht zu rechtfertigen, und für viele gäbe es vollwertigen Ersatz. Wie erwartet waren über 80% der verwendeten Tiere Labornager wie Mäuse und Ratten, auch sie leidensfähige Wesen. Die meisten Tiere wurden für die Grundlagenforschung verwendet, was weitere Fragezeichen aufwirft.

 

… und noch mehr Nichtversuchstiere

Erschreckend sind die Zahlen der für Tierversuche gezüchteten und importierten Tiere. Diese wurden letztes Jahr erstmals systematisch erfasst. 2013 wurden 1‘260‘645 Tiere entweder neu gezüchtet (946‘657) oder importiert (313‘988). Vergleicht man diese Zahl mit den effektiv im Versuch eingesetzten Tieren, sieht man, dass 670‘400 Tiere produziert werden, die danach gar nicht zum Einsatz kommen. Das heisst, neben jedem Versuchstier fristet noch mindestens ein weiteres Tier ein trostloses Leben. Und wozu? Wie das BLV unkritisch schreibt, werden ‚solche überzähligen, nicht verwendeten Tiere getötet‘. Das ist aus Sicht des 3R-Prinzips völlig unhaltbar und ethisch nicht vertretbar. Unserer Meinung nach sollte jedes ‚produzierte‘ Tier gerechtfertigt werden müssen.

 

3R an Hochschulen  noch nicht angekommen

Im Kanton Zürich fällt auf, dass die Anzahl Versuchstiere im Vergleich zum letzten Jahr um über 13% anstieg. Und da über 90% der Zürcher Versuchstiere an der Universität oder ETH gehalten werden, kann davon ausgegangen werden, dass dieser Anstieg auf Kosten dieser Institutionen geht. Dies widerspricht ganz klar dem Grundsatz der 3R (Replace, Reduce, Refine), der wo immer möglich Alternativmethoden fordert.