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05.08.2009

Überlegungen zu den "Tier-Terroristen"

Die Schlagzeilen über die sogenannten "Tier-Terroristen", die gewaltsam gegen Novartis-Mitarbeiter und vor allem gegen Chef Vasella vorgehen, geben momentan viel zu reden. Gute Nachrichten sind das für die anderen Tierschutzorganisation nicht. Otto Normalverbraucher wirft gern mal alle Tierschützer in einen Topf, und so mancher wird sich in seiner Ansicht bestätigt fühlen, dass Tierschützer fundamentalistische Menschenfeinde seien.

Ein grober Trugschluss, die Tierschutz-Szene ist nämlich alles andere als ein homogener Bereich. In der Schweiz gibt es mehrere Organisationen, die sich mit unterschiedlichen Strategien für einen besseren Schutz der Tiere einsetzen. Versuchen die einen, mit Schockbildern und aggressiven Kampagnen gegen einzelne Tierquäler vorzugehen, setzen andere auf Information, Dialog und Mitbestimmung bei Gesetzgebungsprozessen. Jede einzelne dieser Färbungen hat ihre Vor- und Nachteile, leistet aber als Mosaikstein ihren Beitrag zu einer Verbesserung des Tierwohls in der Schweiz und anderswo.

Kommt Gewalt ins Spiel, sieht die Sache anders aus. Es stellt sich die Frage, wie glaubhaft man ist, wenn man sich Ethik und Mitgefühl mit allen Lebewesen gross auf die Fahne schreibt, damit aber gegen einzelne Menschen in den Krieg zieht ohne Rücksicht auf Verluste. Diese Frage müssen sich aber auch die Tierexperimentatoren stellen, wenn sie uns Gesundheit und ewiges Leben versprechen und für die Erreichung dieses ohnehin fragwürdigen Ziels und mit dem Segen des Staats Gewalt gegen Tiere millionenfach ausüben. Vielleicht eine böse Überlegung, aber die Parallelen sind vorhanden.

Wir sind überzeugt, mehr für die Tiere erreichen zu können, wenn wir innerhalb der Gesellschaft operieren. Gewaltanwendung ist tabu. Typisch für die Schweizer Medien ist, dass Tierschutzthemen vor allem dann prominent behandelt werden, wenn solche Vorfälle passieren. Also doch ein Argument für kriminelles Vorgehen? Das wäre eine unglaublich bittere Bilanz.


Barbara Schnüriger

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