Zürcher Tierschutz 
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Tierquälerische Schönheitstricks an Viehschauen
Dass viele Menschen bereit sind, Schmerzen und Leid in Kauf zu nehmen, um dem vermeintlichen Schönheitsideal zu entsprechen, ist ein alter Hut. Dass es aber Viehzüchter gibt, die ihre Kühe für die Schönheit leiden lassen, ist einfach nur skandalös. Wie gestern aus der Neuen Luzerner Zeitung zu erfahren war, kennt man in der Szene einiges an schmerzhaften Tricks, um die Kühe für die Wettbewerbe zu "verschönern".
Als Hauptmerkmal für Kuh-Schönheit gilt ein pralles Euter. Dies kann damit erreicht werden, dass die Kuh über längere Zeit nicht gemolken wird. Ein dermassen pralles Euter ist für die Kuh sehr schmerzhaft. Damit die Milch nicht aus den Zitzen tropft, können diese mit Leim, Pfeifenputzern oder Reiskörnern verstopft werden. Oder man gibt Medikamente, die die Venen am Euter stark hervortreten lassen, was ebenfalls als Schönheitsideal gilt. Leimartige Substanzen rund um die Zitzen stellen diese zudem schön gerade. An internationalen Anlässen soll es gar Halter geben, die ihren Kühen Eiswürfel oder Pfeffer in die Vagina einführen, damit die Tiere eine schöne Haltung zeigen. Alles Tierquälereien und Würdeverletzungen, die einen sprachlos machen.
Darüber, ob es sich bei solchen illegalen Verstössen um Einzelfälle oder verbreitete Praktiken handelt, ist man sich uneinig. Die Arbeitsgruppe Schweizerischer Rinderzüchter (ASR) will jetzt ein neues Kontrollsystem aufbauen, um solche Fälle an Viehschauen aufzudecken. Ab dem 1. September soll ein externer Expertenpool die Kontrollen durchführen und fehlbare Bauern mit einem Ausstellungsverbot bestrafen können. Mal sehen, ob es den Kontrolleuren Ernst ist. Wir jedenfalls werden auch ein Auge darauf halten.
Barbara Schnüriger
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