Zürcher Tierschutz 
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Sind Bauern automatisch Hundeprofis?
Seit der Einführung der neuen Tierschutzverordnung im Jahr 2008 muss jeder Hundebesitzer mit seinem Hund eine kurze Ausbildung absolvieren, den sogenannten Sachkundenachweis erbringen. Diese Verpflichtung gilt ausnahmslos. Auch erfahrene Hundehalter müssen diesen Kurs mit jedem neuen Hund besuchen und sie tun dies in der Regel klaglos. Nicht so die Bauern. Einmal mehr wollen sie eine Ausnahmeregelung erwirken.
Marcel Scherer, Zuger Nationalrat SVP, hat eine entsprechende Motion eingereicht und fordert den Bundesrat dazu auf, die Tierschutzverordnung mit einer Ausnahmeregelung für Personen mit landwirtschaftlicher Ausbildung zu ergänzen. Die landwirtschaftliche Ausbildung vermittle bereits heute ausreichende Kenntnisse über den verantwortungsvollen Umgang mit Tieren. Deshalb sei Bauern der Sachkundenachweis für die Haltung von Hof- und Herdenhunden beziehungsweise Jagdhunden zu erlassen.
Wir bezweifeln, dass Bauern in Sachen Haltung und Umgang mit Hunden genügend Fachwissen und auch Interesse in die Wiege gelegt bekommen. Zu häufig sind Begegnungen mit schlecht erzogenen oder übergewichtigen Bauernhofhunden. Beides Anzeichen dafür, dass eben gerade hier Handlungsbedarf besteht. Es ist zu hoffen, dass sich der Bundesrat nicht erweichen lässt und es dem Zürcher Kantonsrat gleich tut. Auch dort wollten nämlich die Bauernvertreter Ausnahmeregelungen im kantonalen Hundegesetz verankert haben. Hoffen wir, dass den Hof- und Herdenhunden ebenfalls das Recht auf einen wenigstens minimal ausgebildeten Besitzer zugestanden wird.
Barbara Schnüriger
zur ÜbersichtKommentare
Peter Hasenfratz aus Zürich
Dienstag, 04.05.10 17:49
Tierschutzverhinderer kommen meistens aus der SVP. War auch bei der Tieranwaltinitiative so und wird aktuell bestätigt durch das Ansinnen, den Zürcher Tieranwalt abschaffen zu wollen. Warum soll der weg? Ganz einfach, weil man etwas zu verbergen hat.
Joanna Disch aus Igis
Samstag, 01.05.10 21:33
Natürlich, die Bauern. Wie oft laufe ich an ihren Ställen vorbei, aus denen mich traurige Augen anschauen und dreckige Hufe auf etwas Gras und Auslauf warten. Die Bauern können wissen immer und sofort wie es ihren Tieren geht. Darum brauchen sie auch keine Ausbildung, logischerweise.
Meiner Meinung nach, sollte das Schweizer Tierschutzgesetz eben genau bei den Bauern ansetzen, denn nur zu oft sehen eben diese in den Tieren nur Marketingprodukte, die möglichst wenig kosten, aber umso mehr einbringen sollen.
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