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02.06.2009

Qualvolles Fischsterben für den Verbraucherschutz

Um die schädlichen Zusatzstoffe in Shampoos bildhaft darzustellen, griff die dänische Journalistin Lisbeth Kølster zu drastischen Methoden. In ihrer Fernsehsendung Kontant versetzte sie das Wasser dreier Aquarien mit verschiedenen Haarpflegemitteln. Während die Fische in den Aquarien mit den schadstofffreien Shampoos noch nach Tagen munter herum schwammen, verendeten diejenigen mit dem umstrittenen Terva-Shampoo qualvoll. Genau dies wollte die Journalistin zeigen. Tote Fische hielt das Redaktions-Team für wirkungsvoller als "dicke Rapporte und bekümmerte Wissenschaftler".

Ein Tierarzt war zu Recht empört über dieses Vorgehen und zeigte die Journalistin wegen Tierquälerei an. Jetzt, viereinhalb Jahre nach der berüchtigten Fernsehsendung, wurde sie von einem dänischen Gericht für schuldig befunden. Weil sich das Verfahren jedoch so lange hingezogen hat, verzichtete der Richter auf eine Strafe.

Die Geschichte zeigt zweierlei: Einerseits werden diese hochentwickelten Wirbeltiere  offensichtlich von den meisten Menschen immer noch nicht als leidensfähige Wesen wahrgenommen. Die beschuldigte Journalistin erklärte sodann auch: "Wir sahen diese Fische als so niedrig stehende Tiere an, dass wir meinten, sie opfern zu können." Eine traurige aber auch alltägliche Weltanschauung, in der eine plakative Demonstration im Fernsehen mehr wiegt als der langsame und qualvolle Tod von Lebewesen. Zum anderen kann man dem Gerichtsurteil aber durchaus entnehmen, dass wenigstens auf gesetzlicher Ebene nun auch langsam den Fischen Leidensfähigkeit und ein Recht auf Schutz zugestanden werden. Hoffen wir, dass sich die Entwicklung noch stärker und weiter in diese Richtung bewegt.

 

Barbara Schnüriger

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