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15.07.2009

Pamplona: Blutiger denn je?

Am Dienstag endete die diesjährige Encierra in Pamplona. Die Stierhatz, die durch Ernest Hemingway weltberühmt wurde, lockt immer noch jedes Jahr tausende von Besuchern aus der ganzen Welt an. Offenbar haben viele auch im neuen Jahrtausend noch mittelalterliche Vorstellungen von Mut und Heldentum und scheuen sich nicht, diese ewig gestrig auf Kosten von Tieren zu zelebrieren.

Unverbesserlich und ohne jegliches Mitgefühl für die Angst und Schmerzen der Stiere zeigen sich auch die Meldungen in der Presse. "Blutige Bilanz in Pamplona" titelt da der Newsticker von Focus online und meint damit natürlich die 446 verletzten Läufer und den Todesfall eines spanischen Mannes. Das diesjährige Festival werde als eines des Blutigsten in die Geschichte eingehen. Und Spiegel online kommentiert in der Fotostrecke gar, dass die Toreros auch in der Arena um ihr Leben fürchten müssen.

Natürlich sind Verletzte und Todesfälle für Betroffene und Angehörige eine traurige Angelegenheit. Die Opfer begeben sich, wenn auch offensichtlich stark alkohol- und hormongesteuert, freiwillig in die gefährliche Situation. Die Stiere jedoch haben diese Wahl nicht, sie sind Angst, Stress und letztendlich einem langsamen Sterben ausgesetzt. Warum können die Medien die Sache nicht einmal beim Namen nennen? Das Treiben auf Pamplonas Strassen ist zweifelsohne grausamste Tierquälerei, von der sich nota bene immer mehr junge Spanier und Spanierinnen distanzieren.



Barbara Schnüriger

 

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