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28.01.2010

Mit Schwarz-Weiss-Denken gegen Tierschutzanwalt

Im Tier wohne doch ein Tier, mahnt der Kommunikationsberater Philippe Welti im Bund und im Tagesanzeiger. Er mokiert sich über den Stellenwert, den das Tier in der heutigen Gesellschaft habe, und freut sich darüber, dass er (im Gegensatz zu Tierhaltern und Tierschützern?) ein funktionierendes Sozialleben hat. Als Krönung der ungesunden Tierliebe sieht er die Forderung nach dem Tierschutzanwalt, der sich dann mit dem Aufstöbern von Tierquälern eine goldene Nase verdienen werde.


Eine seltsame Argumentation. Erklärbar nur damit, dass Herr Welti die Funktion des Tierschutzanwaltes überhaupt nicht verstanden hat. Dieser „stöbert“ nämlich nicht als „Jäger“ nach allfälligen Verstössen gegen das Tierschutzgesetz, sondern vertritt die Seite der geschädigten Tiere erst im Verfahren. Dass er sich damit eine „goldene Nase verdient“, ist reine Polemik. Für den Autor gibt es offenbar nur die Wahl zwischen völliger Vermenschlichung des Tiers oder seinem Verweis auf den Platz als Untertan des Menschen. Der gesunde Mittelweg von Wertschätzung und Respekt für Tiere als Mitgeschöpfe existiert für ihn offenbar nicht.


Es liegt ja im Trend, sich über die ethischen Ansprüche sogenannter Gutmenschen lustig zu machen. Wir sind zuversichtlich, dass die Stimmbürger die Frage des Tierschutzes differenzierter sehen und sich nicht von Schwarz-Weiss-Denken beeindrucken lassen.

 

Barbara Schnüriger

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