Zürcher Tierschutz 
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Menschenrechte für Menschenaffen?
Wenn es nach dem spanischen Umweltausschuss geht, so sollen Menschenaffen (Schimpansen, Gorillas, Orang-Utans und Bonobos) in Spanien ähnliche Rechte erhalten wie Kinder oder geistig Behinderte, so berichtete der Tagesanzeiger am letzten Freitag. Der Ausschuss hat das spanische Parlament aufgefordert, sich innert den nächsten 4 Monaten dem „Great Ape Project“ (Projekt grosse Menschenaffen) anzuschliessen. Dieses Projekt, das seit 10 Jahren existiert, fordert, dass jedem Menschenaffen die Möglichkeit garantiert wird, „sein Leben gemäss seinen eigenen besten Interessen zu leben.“ Dieser Anspruch geht weit über den herkömmlichenTierschutz hinaus und ist mit den Rechten vergleichbar, die heute Menschen zugestanden werden, die nicht selber für ihre Rechte einstehen können (z.B. Kinder oder Erwachsene mit beschränkten Fähigkeiten).
Die Konsequenz für Spanien wäre künftig beispielsweise ein Verbot von Tierversuchen mit Menschenaffen. Die (Gefangen-)Haltung dieser Tiere wäre nur noch unter rigorosen Bedingungen, ihre Mitwirkung in Zirkusvorführungen überhaupt nicht mehr zulässig. Pedro Ynterian, der Präsident des Greate Ape Projects (GAP), ist hoch erfreut. „Zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit hat ein bedeutendes Parlament seine Zustimmung für die Rechte grosser Primaten angekündigt.“
Natürlich gibt es auch scharfe Kritiker. Ein Teil der spanischen Parlamentarier klagt, dass man sich zuerst um notleidende Menschen kümmern soll, bevor man Tieren derartige Rechte zugesteht. Und die Kirche empört sich, damit wären Menschenaffen besser geschützt als menschliche Embryonen. Letztlich sind Argumente dieser Art aber nicht konstruktiv, sondern dienen lediglich als Entschuldigung, um überhaupt nichts zu verändern. Denn wie so oft gilt auch hier „Das eine tun und das andere nicht lassen“.
Barbara Schnüriger
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Barbara Schnüriger aus Zürich
http://www.zuerchertierschutz.ch
Donnerstag, 04.06.09 17:19
Da in den nachfolgenden 4 Monaten keine Antwort vom spanischen Parlament eingetroffen ist, hat der Umweltausschuss im Januar 09 nachgefragt. Das spanische Parlament wurde aufgefordert anzugeben, ob es sich dem Projekt bereits angeschlossen hat. Falls ja, soll bitte angegeben werden, welche Aktionen diesbezüglich geplant worden sind. Falls nein, möchte man wissen, innerhalb von welchem Zeitraum das Parlament seine Entscheidung fällen wird.
Soweit ich weiss, ist diese Nachfrage immer noch hängig und noch keine offizielle Antwort eingetroffen. Sie tun sich offenbar sehr schwer.
Claudia Mertens aus Winterthur
Montag, 11.05.09 15:59
Schön, wenn der spanische Umweltausschuss den Menschenaffen Rechte verleihen will. Immerhin zeigt es, dass in Spanien erkannt wurde, dass Menschenaffen dem Menschen sehr sehr ähnlich sind und es zunehmend schwierig ist, mit Bezug auf ethische Fragen eine scharfe Grenze zwischen Mensch und Tier zu ziehen.
Der Umweltausschuss hat das spanische Parlament aufgefordert, sich innert den nächsten 4 Monaten dem „Great Ape Project“ (Projekt grosse Menschenaffen) anzuschliessen. Ist seither etwas in die gewünschte Richtung passiert?
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