Zürcher Tierschutz 
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Medien geben dem Thema keine Chance
Wo man hinblickt, Schlagzeilen über die Vasella-Geschichte. Zum hundersten Mal die Details über den Hausbrand, über die Grabschändungen, ein Interview mit dem Geschädigten, Mutmassungen über militante Tierrechtler. Gänzlich ausgeblendet bleibt die Auseinandersetzung mit dem eigentlichen Thema, den Tierversuchen und der auch in der Schweiz durch den Gesetzgeber sanktionierten, weitgehend tierquälerischen Versuchstierhaltung. Dabei wäre das einzig Gute an diesen Vorfällen doch die Chance gewesen, diesbezüglich endlich wieder einmal die Diskussion zu entfachen. Offensichtlich haben die Medien daran aber kein grosses Interesse.
Lieber wird die fragwürdige Behauptung unreflektiert und zum hundertsten Mal wiederholt, Tierversuche seien für unsere Sicherheit und medizinische Versorgung unumgänglich. Das grenzt an Boulevard-Journalismus und gibt zu denken, wenn auch sogenannt renommierte Blätter hier nicht differenzieren können und wollen. Die NZZ am Sonntag brachte zwar einen kurzen Artikel über einen Besuch im Tierversuchslabor Huntingdon. Die beschönigende Beschreibung von Javaneraffen als "witzige Kerle", die "in ihren Käfigen auf und ab klettern und uns neugierig zuschauen" ist dilettantisch und sicher kein ernstzunehmender Beitrag zur Diskussion. Einzig die Zeitung 20min geht näher auf das Thema Tierversuche ein und hat sogar eine Umfrage gemacht.
Die meisten Medien haben die Chance verpasst, Objektivität und Sachverstand in die Diskussion um die bedauerlichen Vorfälle zu bringen. Nicht unerwartet, wie wir meinen, sind doch Tierschutzthemen meist nur dann interessant, wenn damit der Sensationshunger der Leserschaft bedient werden kann.
Barbara Schnüriger
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