Zürcher Tierschutz 
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Lebermodell statt Tierversuch
Zellkulturen können schon heute viele Tierversuche ersetzen. Doch wenn es um die Funktion ganzer Organe geht, wird immer noch argumentiert, dass es dafür einen kompletten Organismus - also ein Tier - braucht. Dies wird sich nun in naher Zukunft für einige Bereiche ändern. Zwei Wissenschaftlerinnen ist es gelungen, ein Lebermodell zu entwickeln, das ohne Tierversuche auskommt. Für dieses Modell werden von einem Stück Schweineleber die Leberzellen entfernt, bis nur noch das Blutgefässsystem übrig bleibt. An dieses werden dann menschliche Endothelzellen und die sogenannten Hepatozyten, diejenigen Leberzellen, die für den Um- und Abbau von Medikamenten zuständig sind, angesiedelt. Das Modell funktioniert in einem eigens dafür entwickelten, computergesteuerten Bioreaktor. Darin arbeiten die Leberzellen ähnlich wie im Körper und stellen damit für viele Forschungsziele eine echte Alternative zum Tierversuch dar.
Die beiden Forscherinnen Prof. Dr. Heike Mertsching und Dr. Johanna Schanz
(Fraunhofer-Instituts für Grenzflächen und Bioverfahrenstechnik) erhielten für ihre Leistung den Preis "Technik für den Menschen". Derzeit wird das Lebermodell geprüft, in etwa zwei Jahren wird es bestimmte Tierversuche ersetzen können. Die entwickelte Technik zeigt auch, dass funktionierende Organmodelle grundsätzlich möglich sind und bereiten den Weg für weitere Modelle wie Haut, Darm oder Luftröhre. Wir freuen uns über diese tolle Entwicklung und gratulieren den beiden Forscherinnen.
© Fraunhofer/Dirk Mahler
Dr. Johanna Schanz und Prof. Heike Mertsching.
Barbara Schnüriger
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