Zürcher Tierschutz 
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Haarsträubender Ständeratsentscheid: Feuer frei für Jäger-Rambos
"Ohne Jäger kein Wild", "Jagd ist Naturschutz" - das sind zwei der Folklore-Slogans, mit denen gewisse Exponenten aus der Jagdszene ihr Tun gerne beschönigen und dem geselligen und wie wir wissen oft üblen Treiben in Wald und Flur einen seriösen Anstrich verleihen wollen. Seit dem 16. März ist nun aber offensichtlich, dass es diesen aufrechten Waidmännern weniger um Naturschutz als vielmehr um möglichst uneingeschränktes Schiessen geht. Der Ständerat hat auf Druck dieser Männer einen Entscheid gefällt, der jedem richtigen Jäger die Haare zu Berge stehen lässt: Wenn Grossraubtiere zu viele Rehe und Gämsen fressen, soll man sie abschiessen dürfen, wozu der Bundesrat die Jagdverordnung entsprechend zu ändern habe. Also doch, es geht um Futterneid und man will längst Überholtes hartnäckig beibehalten. Und es zeigt, wie weit entfernt gewisse Grünröcke von einem Minimalverständnis für die Komplexität ökologischer Zusammenhänge oder populationsbiologischer Phänomene sind. Ein Beispiel mehr, wie hierzulande hitzköpfige Egoisten ein professionelles Wildtiermanagement torpedieren.
Bernhard Trachsel
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