Zürcher Tierschutz 
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Für eine bessere biomedizinische Forschung – weg vom Tierversuch
Ende August fand in Montréal (Kanada) der 8. Weltkongress für Alternativen zu Tierversuchen statt. 900 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus über 50 Ländern präsentierten dort ihre Projekte. Wie an diesen Kongressen üblich, wurde zum Schluss eine Deklaration verabschiedet. Die Montréal Declaration ruft zu Folgendem auf: Es sei eine neue Praxis zu entwickeln, wie Tierversuche geplant und durchgeführt werden, wie sie im Bewilligungs- verfahren begründet und in den Publikationen präsentiert sind. Ein wichtiger Schritt dabei ist, das für die konkrete Forschungsfrage existierende Vorwissen aus der Literatur zusammenzutragen, in eine übersichtliche und wissenschaftlich seriöse Zusammenfassung zu packen und in Bezug auf die fachliche Qualität zu bewerten. Wo möglich sind vorgängig zum eigenen Versuch Daten verschiedener früherer Studien in eine Gesamtanalyse einzubeziehen und so - ohne Tierversuch! - neues Wissen zu schaffen und weiterzugeben.
Das übergeordnete Ziel ist, bestehendes Wissen besser zu nutzen aber auch kritischer zu hinterfragen. Als Folge davon wird erwartet, dass Sinn und v.a. Unsinn von Tierversuchen und die Nicht-Berechtigung fortgesetzter Versuche in bestimmten Forschungsbereichen besser erkannt werden. Weitere Vorteile: Die Tierforschung, wo sie denn noch stattfindet, wird wissenschaftlich gesprochen besser; die ethische Begutachtung von Projekten wird erleichtert, dem 3R-Prinzip (replace, reduce, refine) wird besser Rechnung getragen, und auch Publikationen werden qualitativ besser.
Dass es Aufrufe wie die Montréal-Deklaration überhaupt braucht, ist bedenklich. Denn gute Forschung würde die in der Deklaration gemachten Empfehlungen eigentlich voraussetzen. Aber lieber eine Deklaration, die zumindest einige Menschen in die gute Richtung lenkt, als ewig weiterwursteln und auf dem Buckel von Tieren fragwürdiges Wissen produzieren.
Claudia Mertens
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