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12.01.2009

EU macht Schluss mit Tierversuchen in der Kosmetik

Was lange währt, wird endlich gut. Ganze 30 Jahre nach Beginn der Kampagne und nach unzähligen Verzögerungen haben Tierschützer europaweit Grund zur Freude: Ab dem 11. März 2009 dürfen im EU-Raum keine Tierversuche mehr für kosmetische Produkte gemacht werden. Nur für wenige Ausnahmefälle bleibt der Kosmetikindustrie eine Frist von 4 Jahren für eine Umstellung auf tierfreie Testmethoden.

 

Dieser Termin hat die Produzenten unter Druck gesetzt und die Entwicklung von Alternativmethoden zu Tierversuchen stark beschleunigt. Die Resultate sind viel versprechend. Unterdessen können zum Beispiel Hautreizungen und Hautdurchdringung mit Hilfe von Zellkulturen nicht nur ebenso gut, sondern sogar zuverlässiger getestet werden als im Tierversuch. Solche Resultate sollten doch eigentlich auch den Verantwortlichen in anderen Bereichen wie Chemikalienprüfung oder Grundlagenforschung zum Umdenken motivieren. Dort zeichnet sich nämlich leider kein solcher Trend ab, vielmehr schreibt die Chemikalienverordnung Tierversuche sogar ausdrücklich vor.

Ob der Entscheid des Europäischen Parlaments über die Grenzen hinaus wirken wird, ist offen. Jedenfalls gilt ab März 2009 auch ein Vermarktungsverbot für Hygieneartikel, zu deren Prüfung Tests mit Tieren durchgeführt worden sind. Und dies gilt auch für Artikel aus dem nichteuropäischen Ausland. In den Vereinigten Staaten plant man deswegen eine Klage vor der Welthandelsorganisation. Hoffen wir, dass diese und ähnliche Klagen abgewiesen werden, damit die neue EU-Richtlinie auch international den Druck in Richtung tierversuchsfreie Kosmetikproduktion erhöht.

 

Barbara Schnüriger

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