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21.08.2009

Bremen bleibt beim Nein zu Affenversuchen

Im November hatten die Behörden die Weiterführung der Affenversuche an der Universität Bremen nicht bewilligt. Der zu erwartende Erkenntnisgewinn sei im Vergleich zum Leiden der verwendeten Makaken zu gering, um die Versuche zu rechtfertigen. Der Hirnforscher Andreas Kreiter hatte Widerspruch gegen den Entscheid eingereicht. Jetzt hat die Gesundheitsbehörde ihren letztjährigen Entscheid bestätigt und die Bewilligung definitiv abgelehnt. Dem Forscher bleibt nun nur der Gang ans Gericht, und den hat er bereits angekündigt.

Kreiter ist bestürzt, beklagt in den Medien, dieser Entscheid sei "eine massive Behinderung der Wahrnehmung eines Grundrechts", nämlich des Rechts auf Forschungsfreiheit. Ausserdem befürchtet die Universität, dass der Forschungsplatz Bremen in seinem Ruf geschädigt werde. Es ist offensichtlich, dass die Forschenden es nicht gewohnt sind, dass eine Güterabwägung zu Gunsten der Versuchstiere ausfällt. Dies erinnert doch sehr an die Reaktion der Wissenschafter in Zürich, deren Primatenversuche aus dem gleichen Grund von den Behörden abgelehnt wurden. Obwohl die Güterabwägung sogar gesetzlich vorgeschrieben ist, wird sie offenbar von den Experimentatoren ausgeblendet oder als Alibiübung verstanden, bei der aus ihrer Sicht jeglicher erwarteter Erkenntnisgewinn die Tierbelastung ohnehin rechtfertigt. Anders kann man sich die Bestürzung über einen Entscheid zu Gunsten der Versuchstiere nicht erklären.

Wir dürfen gespannt sein, wie die Gerichte entscheiden werden. In der Zwischenzeit erwartet man auch in Zürich den Entscheid des Bundesgerichts zu den umstrittenen Affenversuchen, der bestimmt auch über die Landesgrenzen hinaus seine Wirkung erzielen wird.

Sehen Sie hier einen aktuellen Bericht dazu von Radio Bremen.
Hören Sie hier die Reaktion der Universität Bremen.


Barbara Schnüriger

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