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06.03.2009

Amöben statt Mäuse

In Genf gibt es jetzt einen Lehrstuhl für die Erforschung von Alternativen zu Tierversuchen. Er ist der erste - aber hoffentlich nicht letzte - seiner Art in der Schweiz. Der Inhaber, Zellbiologe Pierre Crosson, hat sich bis jetzt vor allem einen Namen mit der Erforschung von Amöben als Versuchstiere gemacht. Diese Einzeller, die man in jedem Blumentopf finden kann, könnten zukünftig vielleicht in vielen Experimenten an Stelle von Mäusen dienen. Crosson konnte nachweisen, dass Amöben zum Beispiel in Bezug auf den Befall durch gewisse Krankheitserreger durchaus als Modell für Säugetiere geeignet sind.

 

Des weiteren will Crosson die Etablierung der Produktion von in-vitro-Antikörpern, also im Reagenzglas, vorantreiben. Bisher wurden diese Antikörper weltweit mit hunderttausenden Kaninchen produziert. Dieses Verfahren, das ohne Versuchstiere auskommt, wurde bereits 1995 entwickelt. Wegen technischer Probleme und einer Reihe von Fehlversuchen wendete man sich damals aber von dieser vielversprechenden Technik ab. Gemäss Crosson sind die Fehler aber mittlerweile weitgehend eliminiert und einer Serienanwendung steht nichts mehr entgegen. Die Finanzierung des Lehrstuhls wird für die ersten fünf Jahre von den beiden privaten Stiftungen E.-Naef-Stiftung und Doerenkamp-Zbinden-Stiftung übernommen.

 

Barbara Schnüriger

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