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24.11.2008

Affenexperimenten in Bremen droht das Aus

Nicht nur in Zürich, sondern auch in Bremen stossen Tierversuche mit Affen jetzt auf Widerstand. Die Verlängerungsbewilligung der Forschung mit Makaken am Zentrum für Kognitionswissenschaften der Universität Bremen wurde von der Gesundheitsbehörde abgelehnt. Seinen Usprung hat dies wohl in der Bremer Politik, die sich bereits im Frühjahr 2007 für einen geordneten Rückzug aus den Affenexperimenten entschieden hat. Die Experimentatoren streben nun ein Gerichtsverfahren an.

 

Die Bremer Affenrsuche sind denjenigen ähnlich, um die es an der ETH Zürich geht. Makaken, denen eine Vorrichtung zur Messung von Hirnströmen in den Schädel montiert wurde, werden auf dem sogenannten Primatenstuhl fixiert, um Aufgaben an einem Bildschirm zu lösen. Um die Tiere zur Mitarbeit zu „motivieren“, belohnt man sie während den Aufgaben mit Wasser. Das funktioniert aber nur deshalb, weil man sie in der Zeit davor hat dürsten lassen. Wasserentzug ist eine unbestrittenermassen brutale Methode, welche das Tierwohl massiv beeinträchtigt.

 

Offenbar hat es in den letzten Jahren tatsächlich einen gesellschaftlichen Wandel gegeben, der nun langsam in verschiedenen Ländern Wirkung zeigt. Die aktuellen Diskussionen in der Schweiz stehen demnach nicht allein für sich, sondern werden in einem internationalen Zusammenhang geführt. Dass dies nun offenbar auch die „ahnungslosen“ Bremer Forscher in Erstaunen versetzt, ist unverständlich, aber eben bezeichnend. Hat man sich wohl darauf verlassen, dass politische Entschlüsse zum Rückzug aus den Affenexperimenten oder ein Primatenbericht philosophische Theorie und nur Lippenbekenntnis bleiben würden?

 

Barbara Schnüriger

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