Zürcher Tierschutz 
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HEIKLE PFLEGLINGE

- © Walter Luger/ fotolia.com
Wer trotz hoher Haltungsanforderungen Schildkröten halten will, sollte möglichst schon vor dem Kauf die Merkblätter der Schildkröten Interessengemeinschaft Schweiz (SIGS) studieren.
Hilfreiche Websites
- SIGS, Schildkröten Interessengemeinschaft Schweiz. Hier finden Sie u.a. eine Hotline für Fragen, ein Infotelefon, einen Online-Shop für Informationsmaterial, die Adresse von Auffangstationen, eine Liste empfohlener Tierärzte und vieles mehr.
- Casa-Reptilica, mit Auffangstation in Höri (ZH) und Tierarztliste
- Faszination Schildkröten, u.a. mit einer Anleitung zum Gehegebau für europäische Landschildkröten.
- Schildkröten
Urtümliche Wesen mit viel Charme
Plump, langsam, langweilig. Wer so über Schildkröten denkt, hat sich kaum vertieft mit diesen Reptilien beschäftigt. Wenn es schön warm ist, sind Schildkröten nämlich verblüffend geschickt und schnell. Entsprechend gross ist ihr Unterhaltungswert. Wohl aus diesem Grund wurden die urtümlichen Wildtiere früher massenweise verkauft und gekauft. Heute sind alle Schildkrötenarten vom Aussterben stark bedroht. Der Zürcher Tierschutz rät darum vom Kauf von Schildkröten grundsätzlich ab. Hinzu kommt, dass gesunde Landschildkröten sehr langlebig sind. Für Privatpersonen ist es fast unmöglich, sie ein Leben lang selber zu halten.
Gesetzliches
Wer trotzdem am Erwerb von Schildkröten interessiert ist oder bereits welche hat, findet hier die neuen gesetzlichen Mindestanforderungen zur Haltung von Schildkröten. Fast alle Arten sind geschützt und unterliegen strengen Handelsbestimmungen. Für die Haltung gewisser Arten ist eine Bewilligung sowie ein Sachkundenachweis notwendig.
Und nicht zu vergessen: Das Aussetzen oder Zurücklassen eines Tieres mit dem Ziel, sich seiner zu entledigen, ist gesetzlich verboten (Artikel 16 Tierschutzverordnung) und hat strafrechtliche Konsequenzen.
Biologie und Verhalten
Grundsätzlich wird zwischen Land-, Sumpf- bzw. Wasser- und Meeresschildkröten unterschieden. Es gibt Pflanzen- und Fleisch-fressende Arten. Alle sind aber wechselwarm d.h. ihre Körpertemperatur ist von der Aussentemperatur abhängig. Um eine ausreichende „Betriebstemperatur“ zu erreichten, sind Schildkröten auf eine Wärmequelle angewiesen (Sonne). Je nach Lebensraum halten sie eine so genannte Winter- bzw. Kältestarre (ähnlich wie Winterschlaf).
Haltungsfragen
Schildkröten sind heikle Pfleglinge. Bei guter d.h. artgerechter Haltung und Pflege bleiben sie aber im Normalfall gesund, vermehren sich bei Gelegenheit und werden alt.
Landschildkröten stammen sowohl aus tropischen als auch aus gemässigten Klimagebieten. Ihre Haltungsansprüche sind weitgehend durch die Herkunft bestimmt. Während Arten der gemässigten Zonen im Allgemeinen geringere Ansprüche an die Temperatur stellen, sind tropische Landschildkröten diesbezüglich heikel. Terrarien für Tiere tropischer Herkunft müssen in der Regel beheizt werden. Tiere aus Wüstenregionen haben es gerne trocken, andere benötigen z.T. eine erhöhte Luftfeuchtigkeit.
Europäische Landschildkröten können im Freien gehalten werden. Sie benötigen aber genügend Sonneneinstrahlung und trockene Areale, und ihre Überwinterung erfordert die dafür notwendigen Massnahmen.
Gesundheitsfragen
Viele Krankheiten sind leider durch Haltungsfehler bedingt: falsche und/oder übermässige Ernährung, falsche Temperatur, falsche Luftfeuchtigkeit, schädliche Bodenfeuchtigkeit, falsche Überwinterung. Kranke Tiere fressen meistens nicht mehr und bleiben inaktiv.
Über Schildkröten-Erkrankungen wissen nicht einmal alle Tierärzte gut Bescheid, geschweige denn Laien. Das Beurteilen von Krankheitssymptomen ist schwierig und der Krankheitsverlauf so langsam, dass eine Krankheit oftmals (zu) spät erkannt und behandelt wird. Schildkröten sterben still und leise. Ziehen Sie deshalb einen mit Reptilien erfahrenen Tierarzt zu.
