Pferde
 

Eine Tierart - vielfache Nutzung

Pferde haben die Entwicklung des Menschen entscheidend mitgeprägt. Denn schon seit rund 5'000 Jahren werden sie zu verschiedenen Zwecken genutzt. Früher dienten sie als Transportvehikel, Schlachtross und Fleischlieferant, heute sind sie hauptsächlich Sport- und Freizeittiere. Pferde unterscheiden sich von anderen Haustieren, indem man sie reitet und so vielfältig auf sie einwirkt. Sie sind auch ein Statussymbol und werden in zahlreichen Rassen gezüchtet. In der Schweiz gibt es rund 85'000 Pferde, Ponys und Esel.

 

Häufige Tierschutzprobleme

In der Pferdehaltung sind mangelnde Bewegung, fehlender Kontakt zu Artgenossen, nicht artgemässe Fütterung oder ein schlechtes Stallklima allgegenwärtige Missstände. Auch Umgang und Handling sind vielfach unüberlegt oder grob. Problematisch ist auch der Einsatz von Hilfsmitteln wie stark einschränkenden Zäumungen und Zügeln, Peitschen oder Sporen. Tierquälerische Reitweisen wie die Rollkur sind alltäglich, obwohl in der Schweiz verboten. Sportpferde werden überanstrengt, Doping ist häufig. Bei jungen Pferden kommen fragwürdige oder unerlaubte Ausbildungsmethoden zum Einsatz und es werden ihnen nicht altersgemässe Leistungen abverlangt. Wie bei fast allen intensiv gezüchteten Tierarten gibt es auch bei Pferden Rassen mit extremen Ausprägungen von Körpermerkmalen (Extremzuchten). Insgesamt sind die Tierschutzprobleme rund um die Pferde fast alltäglich.

 

Pferde und Ponys in der Tierschutzgesetzgebung

Pferde und Ponys sind Haustiere und gehören zur Familie der Pferdeartigen. Ihre Haltung und Nutzung wird u.a. in den allgemeinen Tierhaltungsvorschriften der Tierschutzverordnung geregelt (Art. 2 – 14 TschV). Artikel 21 TschV benennt zudem verbotene Handlungen, Artikel 31 die Anforderungen an Pferdehalter.

 

Ein spezieller Abschnitt (Art. 59 – 63 TschV) ist allein den Pferdeartigen gewidmet. Weitere Angaben gibt es zum Transport oder zur Betäubung vor der Schlachtung. Tabelle 7 des Anhangs 1 zur Tierschutzverordnung schliesslich enthält die Mindestanforderungen für Stallhaltung oder Auslaufflächen.

 

Trotz Fortschritten ungenügend sind die Tierschutzbestimmungen nach wie vor auch für Pferde und Ponys. Zwar ist die Anbindehaltung seit 1. Januar 2014 verboten. Erlaubt bleibt weiterhin ein nur eingeschränkter “Sozialkontakt”. Demnach müssen Pferde lediglich Sicht- Hör- und Geruchkontakt zu Artgenossen haben. Die allgemeine Vorschrift in Artikel 13, wonach soziallebenden Arten angemessene Sozialkontakte zu ermöglichen sind, wird dadurch verwässert.

 

Wie man eine tiergerechte Haltung von Pferden und Ponys realisieren kann und was ein pferdegerechter Umgang beinhaltet, lesen Sie hier.

 

Hippologisches konzentriert

Pferde ruhen unter dem Baum
© B. Trachsel
 

Pferde, Ponys und ihre Halter im Visier

 
  • Wie man Pferde richtig hält und was sich mit der neuen Tierschutzgesetzgebung bezüglich Pferden und Ponys geändert hat, lesen Sie hier
  • Pferdehalter müssen Bescheid wissen. Genaueres darüber sagen die Ausbildungsanforderungen des Bundesamtes für Veterinärwesen. Anerkannte Organisationen für die Ausbildung gibt es hier.
  • Kontakt für Haltungs-, Verhaltens- und Gesundheitsfragen
 

 

Büchertipps:

 

  • Horsemanship. Partnerschaft mit Pferden. Christine Lange, Müller Rüschlikon Verlag, 1996 ISBN 3-275-01196-0
  • Handbuch Pferdeverhalten. Margrit H. Zeitler-Feicht, Ulmer Verlag, 2001 ISBN 3-8001-3110-2
  • Die Psyche des Pferdes G. Gerweck, Franck-Kosmos 1997, ISBN 3-440-07278-9