KATZEN ARTGERECHT HALTEN

Katzenportrait
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Wohnungskatzen

Die Haltung reiner Wohnungskatzen ist nicht verboten. Eine einzeln gehaltene Wohnungskatze ist aber arm dran. Auch sonst stellt die Haltung ohne freien Auslauf eine kleine Herausforderung für die Halterinnen und Halter dar. Lesen sie dazu unter  Wohnungskatzen.

 

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Katzen
 

Nummer eins aller Heimtiere

In jedem vierten Schweizer Haushalt lebt mindestens eine Katze. Das macht den Stubentiger mit Abstand zum beliebtesten Heimtier. Katzen, die Glück haben, werden von ihren Besitzern wie Prinzessinnen behandelt. Sie geniessen viele Annehmlichkeiten und Freiheiten und werden mit Liebe bedacht, welche sie auf ihre ganz persönliche Weise erwidern. Von einer solchen Situation profitieren Mensch und Tier gleichermassen. Eine harmonische Beziehung mit einer zufriedenen Katze ist sehr beglückend.

 

Häufige Tierschutzprobleme

Ein Grossteil der Schweizer Katzen hat nichts zu klagen. Gleichwohl wird auch der absolute Liebling unter den Heimtieren nicht vor Widrigkeiten verschont:

  • Leichtsinnige Anschaffung. Viele Menschen, die erstmals eine Katze oder ein Kätzchen anschaffen, glauben zu Unrecht, sie sei völlig anspruchslos und entsprechend einfach zu halten. Mögliche Folgen: Vernachlässigung, „tödliche“ Langeweile (v.a. bei Wohnungskatzen in Einzelhaltung), Verhaltensstörungen (oftmals Unsauberkeit), Abgabe im Tierheim oder - noch schlimmer - Aussetzung.
  • Unkontrollierte Vermehrung. In der Schweiz leben rund 1,35 Millionen Katzen. Freilaufende nicht kastrierte Katzen vermehren sich rasant und führen zu Überbevölkerung mit all ihren Konsequenzen: Tötung überzähliger Kätzchen, unsorgfältige Platzierung, schlecht gehaltene Tiere, Streuner, Verkehrsopfer etc.
  • Tödliche Krankheiten. Katzen sind sehr empfindlich auf Viruserkrankungen. Diese sind z.T. hoch-ansteckend, die Gefahr ihrer Ausbreitung wächst mit der Bevölkerungsdichte.
  • Ungesunde Vermenschlichung. Katzen wollen wie Katzen und nicht wie Menschen behandelt werden. Es gibt viele Möglichkeiten, sie artgerecht zu verwöhnen. Übermässige Fütterung mit Leckereien jeder Art gehört sicherlich nicht dazu. Schwer übergewichtige Katzen sind bemitleidenswerte, kranke Geschöpfe.
  • Züchterische Entgleisung. Die Lust des Menschen, den Schöpfergeist in der Zucht von Rassen auszuleben, kennt fast keine Grenzen und macht auch vor Katzen nicht Halt. Selbst wenn die Situation hier weniger dramatisch ist als beispielsweise bei Hunden, gibt es doch Rassen, die aus Tierschutzsicht abzulehnen sind (Schwanzlosigkeit, Haarlosigkeit, Verkürzung der Gliedmassen, extrem abgeflachtes Gesicht, Kreuzung mit Wildkatzen).
 

Gesetzlich geschützte Ansprüche von Katzen

Die Schweizer Tierschutzgesetzgebung macht für Katzen folgende Vorschriften (Artikel 28 Tierschutzgesetz, Artikel 80 sowie Anhang 1 Tabelle 11 Tierschutzverordnung):

  • Zucht. Das gezielte Verpaaren von Hauskatzen mit Wildtieren ist verboten. Zuchtkater dürfen zwischen den Deckeinsätzen nicht in Gehegen gehalten werden.
  • Sozialkontakte. Einzeln gehaltene Katzen müssen täglich Umgang mit Menschen oder Sichtkontakt mit Artgenossen haben.
  • Lebensraum. Gehege müssen mindestens 2 Meter hoch und 7 Quadratmeter gross sein. In Gehegen dürfen Katzen nur vorübergehend einzeln gehalten werden.
  • Zusätzlich. Der Lebensraum muss erhöhte Ruheflächen, Rückzugsmöglichkeiten, geeignete Kratzgelegenheiten, Beschäftigungsmöglichkeiten, und pro Katze eine Kotschale bieten.

 

Dass diese Vorschriften nur das absolute Minimum darstellen, das für die normal gehaltene Hauskatze schnell einmal erfüllt ist, versteht sich. Also gilt es, sich selbst weitere Gedanken zu den Bedürfnissen und zur artgerechten Haltung von Katzen zu machen.