Kaninchen artgerecht halten

Kaninchen am Ruhen
© G. Trachsel
 

Weiterführende Informationen

  • meinheimtier.chdas Informationsportal des Bundesamtes für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV)
  • Kaninchenhaltung, ein Merkblatt der tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz e.V.
  • Kontakt für Haltung-, Verhaltens- und Gesundheitsfragen
  • Kaninchenhilfe.ch, Hier finden Sie u.a. Beratung zu Haltungsfragen und einen Online-Shop für Informationsmaterial

 

 

Kaninchen
 

Beliebte Hoppler mit Erklärungsbedarf

Kaninchen sind beliebt, häufig gehalten und generell unterschätzt. Sie werden vielseitig genutzt und dienen als Freizeitbeschäftigung, Zuchtobjekte, Fleisch- und Felllieferanten oder als Versuchstiere. Trotzdem kennen wir sie kaum. Immerhin wissen wir Dank der Tierschutzforschung, die auch der Zürcher Tierschutz seit Jahrzehnten fördert, um ihre natürlichen Bedürfnisse. Es braucht noch viel Überzeugungsarbeit, damit die Kaninchen auch davon profitieren können.

 

Häufige Tierschutzprobleme

Entgegen ihrer sozialen Lebensweise finden sich Kaninchen noch immer vorwiegend einzeln gehalten in kleinen, kaum möblierten Ställen oder Käfigen. Nicht selten hält man sie zusammen mit Meerschweinchen. Fehlender artgemässer Sozialkontakt und Bewegungsmangel sind häufig. Zuchbedingte Leiden, vor allem bei zwergwüchsigen Rassen oder falsche Fütterung speziell im Heimtierbereich kommen dazu. Auch Vernachlässigung oder Produktion von überschüssigen, zur Ausmerzung bestimmten Tieren mangels Geburtenkontrolle gehören zum Alltag.

 

Gesetzliche Minimalanforderungen für Kaninchen

Auch für Kaninchen gelten die allgemeinen Bestimmungen des Tierschutzgesetzes (TschG) und der Tierschutzverordnung (TschV). Zudem muss einen Sachkundenachweis erbringen, wer mehr als 500 Jungtiere jährlich produziert (Art. 31, Abs. 4 Bst. d TschV). Des weiteren machen die Artikel 64 und 65 TschV Vorschriften bezüglich Beschäftigung, Gruppenhaltung, Gehegegrösse und Gehegestrukturen (siehe dazu auch Anhang 1, Tab. 8 inkl. Anmerkungen) sowie Sondervorschriften für trächtige Zibben. Artikel 184 listet die zulässigen, vor der Schlachtung vorgeschriebenen Betäubungsmethoden auf.

 

Aus tierschützerischer Sicht sind die gesetzlichen Bestimmungen insbesondere hinsichtlich Sozialkontakt ungenügend und zudem widersprüchlich, da die Gruppenhaltung für erwachsene Tiere nicht zwingend vorgeschrieben ist. Eine parlamentarische Initiative von Nationalrätin Chantal Galladé vom September 2001 zum "Verbot der Einzelhaltung von Kaninchen" fand bei den eidgenössischen Räten kein Gehör.

 

Detailierte Informationen zur tiergerechten Haltung finden Sie hier.