Neue Gesetzgebung
 

Neu: Zuchtverordnung und Wildtierverordnung

Gleich zwei neue Verordnungen treten als Ergänzung und Präzisierung der Schweizerischen Tierschutzverordnung in Kraft: Erstmalig hat das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) eine Zuchtverordnung verfasst. Diese trat per 1. Januar 2015 in Kraft. Zudem gilt ab dem 1. März 2015 die neue Wildtierverordnung.

 

Neue Handhabe gegen Qualzuchten?

Das BLV hat erstmalig eine Zuchtverordnung publiziert, die die Zucht-Artikel der Tierschutzverordnung genauer spezifizieren soll. Grundidee der Verordnung ist, die genetische Belastung eines Merkmals für jedes Zuchttier abzuschätzen und Tiere mit schweren Belastungen aus der Zucht zu entfernen. Der Zürcher Tierschutz begrüsst diese längst überfällige Verordnung selbstverständlich, ist aber auch gespannt, wie die Verordnung konkret vollzogen wird. Denn mit Sicherheit werden die Rassezuchtverbände sich vehement gegen allfällige Verbote wehren. Ob Qualzuchten wie Mops, Chihuahua und Co. künftig ein leidvolles Leben mit Atemnot, herausquellenden Augen und neurologischen Schäden erspart bleibt, ist darum noch offen. 

 

Wildtierverordnung

Auch die Wildtierverordnung soll verschiedene Artikel der Tierschutzverordnung genauer präzisieren. Einige Artikel dieser Verordnung erübrigen sich bei Vorhandensein eines gesunden Menschenverstandes. So wird zum Beispiel explizit vorgeschrieben, dass es unzulässig ist, Tiere ausschliesslich im Hellen oder im Dunkeln zu halten.

 

Leider hat es das BLV versäumt, die Haltungsanforderungen auch für Fische zu Nutzzwecken zu verschärfen. Hier sind Ruhe- und Rückzugsorte für Fische in Aquakulturen immer noch nicht vorgeschrieben.