Zürcher Tierschutz 
- [Alt + 0] - Startseite
- [Alt + 1] - Navigation
- [Alt + 2] - Inhalt
- [Alt + 3] - Kontakt
- [Alt + 4] - Sitemap
- [Alt + 5] - Suche
Tierschutz als Staatsverbrechen?
Um 6 Uhr morgens stürmen Sondereinheiten der Polizei gleichzeitig die Türen von mehreren Wohnungen. Menschen werden aus dem Bett gezerrt und verhaftet, Material wird beschlagnahmt, Computer werden mitgenommen. Die Verdächtigten werden in Untersuchungshaft genommen, ihre Anwälte bekommen keine Akteneinsicht. Und trotz dem Fehlen konkreter Beweise sitzen diese Personen nun schon seit fast 2 Monaten mit ungewisser Zukunft im Gefängnis.
Dies ist nicht etwa ein Ausschnitt aus einem Mafiafilm und auch keine Szene in einer fernen Militärdiktatur. Schockierenderweise stammen solche Szenen aus unserem Nachbarland und EM-Mitorganisator Österreich. Dort haben die offensichtlich fehlgeleiteten Behörden im Mai 10 Mitarbeiter verschiedener Tierschutzorganisationen Österreichs eingekerkert. Der Paragraf 278a – nach dem 11 September 2001 zum Schutz vor Terroristen eingeführt – wird in unserem Nachbarland also ausgerechnet und tatsächlich gegen friedfertige Menschen eingesetzt, die sich lediglich mit Erfolg im Tierschutz engagieren. Ihnen werden kriminelle Handlungen und terroristische Machenschaften vorgeworfen.
Das Vorgehen des österreichischen Staates ist skandalös! Selbst unter der Voraussetzung, dass die Aktionen mancher Tierschützer der breiten Masse radikal erscheinen mögen, steht dies in keinem Verhältnis zu der Härte und Radikalität, mit der die österreichische Staatsanwaltschaft derzeit mit ihnen verfährt. Der unter anderen betroffene Martin Balluch vom Österreichischen Verein gegen Tierfabriken sieht sich klar als Opfer einer Seilschaft. Er befindet sich seit Ende Mai aus Protest im Hungerstreik. Auch Amnesty International hat sich bereits dazu geäussert und warnt vor Missbrauch des Terroristen-Paragrafen.
Man fragt sich, um was es dabei wirklich geht. Die österreichischen Tierschützer sind sehr erfolgreich, das dortige Tierschutzgesetz ist eines der schärfsten der EU. Dies kommt offenbar gewissen Interessengruppen mehr als ungelegen. Es sieht verdächtig danach aus, dass diese besagten Gruppen ihre Beziehungen in die obersten Ämter spielen lassen, um die Arbeit des Tierschutzes lahm zu legen und Menschen einzuschüchtern. Es ist eine Schande, dass so eine Aktion in einem zivilisierten Land überhaupt möglich ist. Sollte dieses Beispiel Schule machen, kommen dunkle Zeiten auf alle zu, die sich für mehr Mitgefühl gegenüber unseren tierischen Mitgeschöpfen engagieren.
Unter http://www.vgt.at/actionalert/repression/emailappell/index.php können Protestmails an die verantwortlichen Regierenden verschickt werden.
Bernhard Trachsel und Barbara Schnüriger
zur ÜbersichtKommentare
Keine Einträge vorhanden
Kommentar schreiben
(Ihre E-Mail-Adresse wird später nicht angezeigt)

