Zürcher Tierschutz 
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Schon wieder mehr Tierversuche
Die neueste Tierversuchsstatistik 2007 des Bundesamts für Veterinärwesen (BVET) weist gesamtschweizerisch zwar nur eine geringfügige Zunahme der Versuchstiere um 1,5 Prozent auf. Tatsächlich aber nehmen Tierversuche in der Schweiz seit dem Jahr 2000 kontinuierlich zu. Wir befinden uns mit 726′392 „verbrauchten“ Tieren fast wieder auf dem Stand von 1995 (740′366 Tiere), was ein schwer zu akzeptierender Rückschritt ist. Den zweithöchsten Tierverbrauch nach Basel Stadt hatte 2007 der Kanton Zürich, der gegenüber dem Vorjahr um satte 16,6 Prozent zulegte. Wo soll diese Entwicklung hinführen? Dazu kommt: Versuche mit Schweregrad 3, also mit schwerstem Leiden für die Tiere, nahmen 2007 massiv zu, schweizweit um9,7 Prozent. Auch dies ist eine Entwicklung, die es aus Tierschutzsicht dringend zu stoppen gilt.
Schuld am generellen Wachstum ist weniger die viel gescholtene Pharmaindustrie. Dort haben sich nämlich in vielen Bereichen Alternativen durchgesetzt, Forschungs- und Testmethoden also, die ganz ohne Tiere oder mit sehr wenig Tieren auskommen. Dies nicht zuletzt, weil Alternativmethoden vielfach kostengünstiger sind. In der Grundlagenforschung geht dieses Umdenken aber offenbar spurlos vorbei. Dort gilt der Tierversuch immer noch als Standard. „Besonders stossend ist, dass es in der Grundlagenforschung so viele Versuche mit Höchstbelastung gibt“, sagt Claudia Mertens, Biologin und wissenschaftliche Mitarbeiterin des Zürcher Tierschutz. Staat und Bund müssen alternative Forschungsmethoden, wie sie die Industrie anwendet, auch an den – vom Steuerzahler finanzierten - Hochschulen durchsetzen.
Zunehmend müssen Fische und Schweine für die Versuche herhalten. Das Schwein löst zu Teil den Hund ab. Doch eine Verlagerung auf andere Tierarten ist keine Lösung. Schweine, Fische und auch Nager, die immer noch am häufigsten eingesetzten Versuchstiere, sind empfindsam und leidensfähig wie Hunde oder Katzen. Es darf kein Zweiklassensystem für Tiere geben. Einzig eine Reduktion sowohl der Tierzahlen wie auch der Belastung führt zu einer Verminderung des Leidens.
Info: www.bvet.admin.ch/themen/tierschutz
Barbara Schnüriger
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