Zürcher Tierschutz 
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Neu geschaffene ausserordentliche Professur für Tierschutz an der Universität Bern
„Ich bin kein Tierschutzaktivist, sondern Grundlagenforscher“. Mit dieser Aussage erklärt Hanno Würbel, seit dem ersten August 2011 erster Professor für Tierschutz an der Universität Bern, die Ausrichtung seiner Arbeit. Tierschutz als Disziplin der Wissenschaft? Mittels innovativer Grundlagenforschung werden tiergerechte Lösungen gesucht, welche anschliessend praxistauglich umgesetzt werden können. Der studierte Biologe und Verhaltensforscher hat die letzten Jahre als Professor für Tierschutz und Ethologie in Giessen gearbeitet. Sein bisheriger Leistungsausweis zeigt eindrücklich, dass mit gezielter wissenschaftlicher Arbeit auch im Bereich Tierschutz viel erreicht werden kann. Uns freut es natürlich, dass die Wissenschaft zum Wohle der Tiere auch in der Schweiz einen ersten universitären Platz gefunden hat.
Ein Teil der bisherigen Arbeit von Hanno Würbel widmet sich dem Verhalten und der Haltung von Labortieren. Er konnte zeigen, dass artgerechter eingerichtete Käfige beispielsweise der Labormäuse, nicht wie von den Forschern postuliert die Aussagekraft der Forschungsergebnisse reduzierten lässt, sondern im Gegenteil die reichhaltigere Umgebung sich sowohl auf die Tiere wie auch auf die Versuche positive auswirkt. Seine fachliche Kompetenz durfte er auch in verschiedenen Kommissionen wie bei der Umsetzung der US-Richtlinie für Labortiere gewinnbringend für die Versuchstiere einbringen.
Trotz eines der fortschrittlichsten Tierschutzgesetze stehe auch in der Schweiz nicht alles zum Besten. In vielen Bereichen gäbe es noch einiges zu verbessern. Nach wie vor hätten wir zu viele Tierverluste in den Nutztierställen. Auch das Konsumverhalten der Bevölkerung sei nicht besonders tierfreundlich. Zwar werden Missstände in der Tierhaltung öffentlich angeprangert, wenn aber ein höherer Preis für tiergerecht produzierte Lebensmittel bezahlt werden müsste, wollen viele nichts mehr vom Tierwohl wissen, erzählt der neue Professor für Tierschutz der Universität Bern in einem Interview.
Somit bleibt noch viel zu tun – Beobachten, Forschen und Aufklären... zum Wohle der Tiere.
Kathrin Herzog
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