Zürcher Tierschutz 
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Hechtfall – Gemeinplätze auch im Tagi
Warum ein Hechtfischer vor Gericht antraben musste, könne kaum jemand nachvollziehen, meint Tagi-Journalist Christian von Burg in der Ausgabe vom 16. Februar. Und das nur, weil er zehn Minuten brauchte, „seinen Fang an Land zu ziehen“. Offenbar braucht es solche verharmlosenden Formulierungen, um über die Realität einer grausamen Tierquälerei hinwegsehen zu können. Man hätte konsequenterweise das Fischen verbieten müssen, wäre der Fischer verurteilt worden, so von Burg weiter. Dass nun auch Journalisten, von denen man ein gewisses Mass an Differenzierungsvermögen erwartet, der Versuchung einer fragwürdigen Simplifizierung erliegen, ist sehr bedenklich. Überträgt man nämlich den Gedankengang von Burgs adäquat auf andere Tierarten und Tierhalter, dann könnte niemand etwas dagegen haben, wenn man junge Katzen im Brunnentrog ersäuft oder die Meerschweinchen via WC entsorgt. Im Gegenteil, beides dauert nur ein paar Sekunden und der Todeskampf vor dem Ersticken ist ungleich kürzer.
Wer A sagt, muss auch B sagen. Gerne erwarten wir deshalb ausnahmsweise mal einen fundierten Artikel und Aufklärung darüber, worin genau der Unterschied zwischen dem Leiden und dem Erstickungstod eines Fisches und jenem eines Meerschweinchens besteht.
Auch mit einer Verurteilung wäre das schonende Fischen weiterhin möglich gewesen. Genauso wie man reiten darf, jedoch fürs Pferde Schinden bestraft wird.
Bernhard Trachsel
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Kommentare
Bernhard Trachsel
Dienstag, 02.03.10 10:57
Wir haben am 16. Februar betr. fragwürdiger Berichterstattung durch die Medien den folgenden Brief an die Tagi-Redaktion geschickt. Leider erfolglos, ja man erhält nicht einmal eine Empfangsbestätigung:
Bitte an Herrn Christian von Burg weiterleiten. Danke
Sehr geehrter Herr von Burg
Wir stellen fest, dass in den meisten Medien nach wie vor davon ausgegangen wird, dass Fische empfindungslose Wesen sind. Bemühungen, diesen hoch entwickelten Wirbeltieren endlich den von Gesetzes wegen garantierten Schutz (lesen Sie bitte mal die neue Tierschutzverordnung) zukommen zu lassen, werden fast nur ins Lächerliche gezogen oder gar torpediert. Wie Sie auf der Webseite der EU und an zahlreichen anderen Stellen entnehmen könnten, gibt es heute keine ernst zu nehmenden Fachleute mehr, welche den Unsinn der Schmerzunempfindlichkeit bei Fischen noch weiter wiederholen. Das tut die extremistische Fischereibranche (und ich meine damit alle Fischnutzer weltweit), weil sie sich dagegen sträubt, ihr problematisches Handeln endlich zu überdenken.
Auch Ihr Artikel im heutigen Tagi ist unserer Ansicht nicht dazu geeignet, die Thematik objektiv und mit Sachverstand anzugehen. Das wäre aber dringend angebracht angesichts der Art und Weise, wie die Fischereikreise mit dem Thema umgehen (Drohungen und Beleidigungen gegenüber Mitarbeiter(innen) inklusive). Wir haben den Artikel deshalb in unserem Blog thematisiert, gerade auch weil man unter "Analyse" schon etwas analytischeres erwarten würde.
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