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25.06.2009

Die Klon-Welpen von Ground Zero

Die Hündin Trakr gelangte im September 2001 zu Berühmtheit, weil durch ihre feine Spürnase mehrere Menschen nach mehr als 48 Stunden aus den Trümmern von Ground Zero geborgen werden konnten. Ohne Zweifel hat die Hündin, die im vegangenen April gestorben ist, für ihren Rettungseinsatz Wertschätzung und Dankbarkeit verdient. In welcher Form sie dies aktuell bekommen hat, ist jedoch mehr als fragwürdig. James Symington, der Halter der Hündin und ehemaliger Polizist, hatte sich an einem Wettbewerb beteiligt, mit dem die Firma BioArts International den "klonwürdigsten Hund" gesucht hat. Mit seiner Hündin Trakr gewann er den ersten Preis: die kostenlose Klonierung seines geliebten Haustiers. Vergangene Woche wurden James Symington die fünf produzierten Klon-Welpen übergeben.

Diese befremdende Würdigung zeigt, wie gross der Glaube daran ist, dass mit den neuen Techniken alles machbar sei, ja sogar die Sterblichkeit überwunden werden könnte. Trakrs ausgezeichnete Spürnase und Fähigkeit zu Teamwork waren aber nur zum Teil das Ergebnis ihrer genetischen Veranlagung. Wie sie war, welchen Charakter sie hatte und wie sie arbeitete, hing zum grossen Teil damit zusammen, was sie in ihren ersten Lebensmonaten alles erlebt hatte, wie sie ausgebildet wurde, und wie ihr ganzes Leben verlaufen war. Hinzu kommt, dass Klone entgegen der weit verbreiteten Meinung keine genauen genetischen Kopien des ursprünglichen Tieres sind. Bei der Technik kommen nämlich Eizellen fremder Spendertiere zum Einsatz, welche auch einen gewissen Einfluss auf das entstehende Lebewesen haben. Anzunehmen, man könne mit Klonen das genau gleiche Tier wieder als Welpen bekommen, ist somit naives Wunschdenken.

Aus tierschützerischer Sicht ist solch eine Klonierung ganz klar abzulehnen. Für die Produktion eines einzigen Klonwelpen leiden gleich mehrere Hunde; Eispenderinnen und Leihmütter werden hormonell behandelt, mehrfach operiert, Welpen kommen oft mit gesundheitlichen Schäden zur Welt. Ein zusätzliches ethisches Problem ist, dass die Welpen damit komplett instrumentalisiert werden. Sie sollen Kopien ihrer Klonmutter sein. Ihrer Individualität als eigenständige Lebewesen wird keinerlei Respekt entgegen gebracht. Eigentlich kann man ihnen nur wünschen, dass sie möglichst bald zeigen, dass sie keine fünffache Wiederauferstehung der Heldenhündin sind.

Lesen Sie zum Thema auch den letztjährigen Artikel in der NZZ am Sonntag!

 

Barbara Schnüriger

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Kommentare

 
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Joanna Disch

Donnerstag, 25.06.09 13:39

Der Mensch sollte sich die selber aufgesetzte Krone der Schöpfung schnellst möglich wieder absetzen. Das spielen mit Leben, egal in welcher Form, sollte unterlassen werden. Allein schon aus Respekt.

 

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