Zürcher Tierschutz 
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Cheeta: Vermarktung bis zum bitteren Ende
Wer wenigstens einen der alten Tarzanfilme gesehen hat, dem ist Cheeta ein Begriff. Der Schimpanse, der Cheeta und andere Rollen in etlichen Filmen verkörperte, ist heute der älteste lebende Vertreter seiner Art auf der Welt. Der 76jährige lebt seit 1992 in einem Heim für betagte Hollywoodaffen. Am 1. Oktober erscheint „seine“ Autobiografie in „seinen eigenen Worten“. Der britische „Guardian“ hat das Buch sogar für seinen Buchpreis nominiert.
Die Vermenschlichung geht über die Schmerzgrenze. Nachdem der Schimpanse 1932 im Dschungel Liberias als Jungtier gefangen wurde, hatte er 35 Jahre lang dem Film zu dienen. 1967 nahm seine Filmkarriere ein jähes Ende, als er anfing, seine Filmpartner zu beissen. Dies wird dann im Buch offenbar auch unterhaltsam „von ihm“ beschrieben, wie auch lustige Erlebnisse, wie eine gemeinsame Nacktszene mit einer Jane-Darstellerin. Man fragt sich, ob die Vermarktung dieses Schimpansenmännchens denn nie aufhören wird. Das Bild auf dem Buchumschlag wirkt unfreiwillig tragisch, wenn man sich überlegt, wie sehr dieses Tier immer noch als Projektionsfläche dient, und wie wenig sein wahres Wesen als Schimpanse je interessiert hat. Eine Würdeverletzung sondergleichen.
Cheeta malt unter anderem, und seine Bilder werden für den Erhalt des Heims und andere gute Zwecke verkauft. Auch die Einnahmen des Buches sollen Schimpansen zu gute kommen. Wenigstens eine gute Sache, ist man versucht zu denken. Die Botschaft jedoch, die den Menschen in Cheetas Namen gegeben wird ist, dass Schimpansen lustig in der menschlichen Gefangenschaft leben, rauchen, trinken und ihren Starruhm geniessen. Mit Schimpansen und ihrem Wohlergehen hat dies aber nicht im geringsten zu tun. Wieviel sinnvoller und schöner wäre es gewesen, aufgrund von Cheetas Leben ein Werk zu schreiben, welches die Verwendung von Tieren in der Filmwelt kritisch hinterfragt oder uns seine Verwandten im Dschungel näher bringen würde. Solch ein Buch wäre aber wohl nicht für Preise nominiert worden, da wir uns offensichtlich lieber auch weiterhin über den lustigen Clown in Schimpansengestalt amüsieren möchten.
Barbara Schnüriger
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